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Dünserberg baut Kanalnetz

Bürgermeister Walter Rauch stellt mit seiner Gemeinde die Weichen für die Zukunft.
Bürgermeister Walter Rauch stellt mit seiner Gemeinde die Weichen für die Zukunft. ©Harald Hronek

Künftige Ortsentwicklung ist von der Abwasserbeseitigung abhängig.

AMP Die Abwasserbeseitigung in Streusiedlungen ist kostspielig. Deshalb hat man sich auch in Dünserberg lange gestäubt und nach kostengünstigeren Alternativen wie Sammelbecken oder Bio-Kläranlage umgeschaut. “Wasser rinnt nun mal abwärts und deshalb ist eine Berggemeinde den Unterliegergemeinden gegenüber verpflichtet”, sieht Bürgermeister Walter Rauch Handlungsbedarf für seine Gemeinde. Da ist auch noch das Wasserrecht, das die Versickerung von häuslichen Abwässern nicht mehr gestattet. Dünserberg hatte bislang aufgrund seiner exponierten Lage einen Sonderstatus. Dieser gilt allerdings nur für den bestehenden Siedlungsraum. “Wir müssten einen totalen Baustopp riskieren und das wäre für die Gemeinde unweigerlich tödlich”, macht Rauch auf die Notwendigkeit der Kanalisierung aufmerksam. Jedem Bauansuchen müsste ansonsten künftig ein negativer Wasserrechtsbescheid ausgestellt werden. Sämtliche Expertisen sprachen sich klar für einen Anschluss an die ARA-Satteins aus.

Zwei Jahre Planung
Das Feldkircher Büro M&G-Ingenieure hat in zweijähriger Planung ein Kanalkonzept für Dünserberg entwickelt, das nunmehr in verschiedenen Etappen umgesetzt werden soll. Das Leitungsnetz ist rund acht Kilometer lang und reicht bis in die Parzelle Winkel, weil dort die letzten Quellgebiete sind. Die Gesamtkosten für die Errichtung des Kanalnetzes liegen bei rund 2 Millionen Euro netto. Das Land übernimmt die Mehrkosten der landesüblichen Abwasserkosten durch eine Betriebskostenförderung. Bei der letzten Gemeindevertretungssitzung wurden zwei Baulose an die Bestbieter Entner Bau in Rankweil und Hilti & Jehle in Rankweil um gesamt 760.000 Euro vergeben. Planung, Bauaufsicht und Baukoordination schlagen mit 336.000 Euro zu Buche. “Baubeginn ist noch im Juni 2011”, will Bürgermeister Walter Rauch zügig drangehen. Der Aufnahmeantrag bei der ARA-Satteins ist ebenfalls gestellt. Der Ortsteil Bassig wird derzeit über Schnifis abgeleitet und hat Sonderstatus.

85 Objekte
Insgesamt werden in allen Dünserberger Weilern 60 ganzjährig bewohnte Objekte und 25 Zweitwohnsitze an das Kanalnetz angeschlossen. Landwirtschaftliche Betriebe sind von der Anschlussverpflichtung ausgenommen. Nach der derzeit geltenden Gebührenverordnung kosten Trinkwasser 1,20 Euro und Abwasser 2,10 Euro. Nahezu 100 Prozent der Dünserberger Anwesen sind an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen. Aufgrund der hohen Bau- und Betriebskosten können diese Gebühren niemals kostendeckend eingehoben werden.

Übersaxnerstraße – Kultursaal,Dünserberg, Austria

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