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Dünne Stimme, dicke Show: Bon Jovi huldigte in Wien dem Stadion-Rock

Bon Jovi in Wien.
Bon Jovi in Wien. ©APA
Was unterscheidet ein Bon Jovi-Konzert im Jahr 2019 von einer Show von 2009? 1999? 1989? Überlastung des Handy-Netzes wegen der Live-Streams auf Social Media und damit einhergehend nur sehr reduziertes Mithüpfen, um das Bild nicht zu verwackeln. Ansonsten bot die US-Band am Mittwochabend im ausverkauften Happel-Stadion ein 80er-Jahre-lastiges Set mit einigen Einsprengseln der 90er und 00er-Jahre.
Bon Jovi in Wien
NEU

Wien. Das aktuelle Album "This House Is Not For Sale", mittlerweile auch schon wieder zweieinhalb Jahre alt, bildet lediglich den Titel der seither laufenden weltumspannenden Tournee. Bis auf den gleichnamigen Titeltrack zum Einstieg und die eher mediokren Songs "Roller Coaster" und "God Bless This Mess" in der Mitte der zweieinhalbstündigen Show bot die Band aus New Jersey vor allem bewährte Stadion-Rock-Klassiker von "You Give Love A Bad Name" (1986) über "Bad Medicine" (1988) bis hin zu "It's My Life", den Überraschungs-Hit zum Comeback im Jahr 2000.

Abgemüht

Vor der kraftvollen Beat-Kulisse von Tico Torres (65) am Schlagzeug und der doppelten Gitarren-Unterstützung durch John Shanks und Phil X - beide seit dem Abgang von Gründungsmitglied Richie Sambora fixer Bestandteil der Band - mühte sich der charismatische Frontman Jon Bon Jovi (57) allerdings allzu hörbar ab, seinem Back-Katalog jene Strahlkraft zu verleihen, die die Band einst auszeichnete. Ohne die solide vokale Unterstützung von Keyboarder David Bryan und dem Percussionisten Everett Bradley wären so manche Songs kaum wiederzuerkennen. Besonders die vielen Höhen der 80er-Jahre-Kracher lässt Jon Bon Jovi einfach aus und strahlt stattdessen siegessicher in die Menge, die ohnehin jede Zeile laut mitsingt.

Interessanterweise waren es ausgerechnet die wenigen Balladen ("Amen" und "Bed Of Roses"), bei denen Jon Bon Jovi nicht gegen die Instrumente andrücken musste und sich dabei überraschend leichtfüßig entfalten konnte. Die Feuerzeuge werden mittlerweile durch Handy-Taschenlampen ersetzt, was bisweilen eine gleißende Lichtkulisse im immer dunkler werdenden Abend bot. Apropos Licht: Die komplett aus Leinwänden bestehende Bühnenrückwand wurde für eindruckvolle Visuals genutzt, die auch jenen Fans einen intimen Blick auf die Bandmitglieder boten, die nicht mehrere hundert Euro hingeblättert hatten, um ihren Idolen in den beiden "Golden Circles" nahe zu sein. Die physische Nähe bot sich dort allerdings auch nur in den wenigen Momenten, in denen die Musiker den weit ins Publikum reichenden Steg benutzten; bei "Lay Your Hands On Me" nahm Jon Bon Jovi in den vorderen Reihen ein kurzes Bad in der Menge.

Selbstironie

Ein bisschen Selbstironie kam auf, als die ersten Akkorde zu Bon Jovis allererstem Hit "Runaway" erklangen, die der Sänger sofort wieder abbrach: "Das ist alles? Verdammt, ich hatte damals eine verrückte Frisur und trug lila Leggins, da müsst ihr euch schon mehr anstrengen, dass ich da mitmache", feixte der mittlerweile ergraute Sänger. Das Publikum folgte brav, sprang von den Stühlen und kreischte und johlte, dass es (für die Band) eine Freude war. Dass Jon Bon Jovi zum (in lichten Höhen angesiedelten) Refrain an seine Bandkollegen übergab, war angesichts der kollektiven Euphorie auch schon egal.

Nachdem die Band sich als Zugabe dann noch mit dem auf der laufenden Europa-Tour selten gespielten "These Days" und der obligaten Hymne "Livin' On A Prayer" verabschiedet hatte, strömten die Fans mit glücklichen Gesichtern hinaus in die laue Sommernacht. Für die Band geht es weiter nach Klagenfurt, wo am morgigen Samstag im Wörthersee-Stadion der zweite Österreich-Termin ansteht.

(APA)

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