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Drei Tote bei Anschlag in Tel Aviv

Anschlag in Restaurant in Tel Aviv
Anschlag in Restaurant in Tel Aviv
Bei einem Anschlag zweier palästinensischer Attentäter im Zentrum Tel Avivs sind am Mittwoch drei Israelis getötet worden. Sieben weitere wurden verletzt. Vier der Opfer sind schwer verletzt, eine Frau schwebte in Lebensgefahr. Auch einer der Attentäter wurde verletzt und noch am späten Abend operiert.

Die Attentäter eröffneten nach Polizeiangaben am Abend im Sarona-Park im Zentrum der Küstenmetropole das Feuer und schossen wahllos auf Passanten. Der Park liegt direkt gegenüber von Israels Militärhauptquartier und Verteidigungsministerium. Es ist ein beliebtes Ausgehziel, das auch von vielen Touristen besucht wird.

Augenzeugen berichteten, die Attentäter seien elegant gekleidet gewesen. Sie hätten – ähnlich wie orthodoxe Juden – weiße Hemden und schwarze Hosen getragen. “Wir saßen in einem Straßencafé, wir feierten mit unserem Kind Geburtstag”, erzählte Augenzeugin Meital Sassi dem israelischen Fernsehen. “Ein Attentäter fing plötzlich neben uns an zu schießen. Wir rannten wie die Verrückten weg, er war erst hinter uns, dann bog er in eine Nebenstraße.” Der Mann habe im Laufen immer weiter auf Menschen geschossen.

Beide Attentäter gefasst

Ein Polizeisprecher teilte anschließend mit, beide Attentäter seien gefasst. Einer von ihnen sei verletzt und werde im Krankenhaus behandelt. Zu Jahresbeginn waren bei einem ähnlichen Anschlag in Tel Aviv drei Menschen getötet worden.

Tel Avivs Bürgermeister Ron Chuldai rief die Einwohner der Küstenmetropole nach dem Anschlag zur Ruhe auf. “Morgen geht hier das Leben wie immer weiter”, sagte er bei einem Besuch im Ichilov-Krankenhaus, das ganz in der Nähe des Anschlagsorts liegt. “Tel Aviv ist und bleibt das Symbol des normalen Lebens.”

Streit um den Tempelberg

Bei einer Welle palästinensischer Anschläge sind seit Oktober 32 Israelis getötet worden. Mehr als 200 Palästinenser kamen ums Leben, die meisten davon bei von ihnen verübten Anschlägen. Als Auslöser der Gewalt galt ein Streit um Gebets- und Besuchsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem. Zuletzt hatte es allerdings weniger Anschläge gegeben. Als mögliche Motivation für den neuen Anschlag in Tel Aviv wurde der Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan genannt.

Ein Führer der im Gazastreifen herrschenden Hamas lobte unterdessen den tödlichen Anschlag zweier Palästinenser in Tel Aviv. “Ruhm und Glückwünsche den Einwohnern Hebrons”, schrieb Ismail Hanija bei Twitter. Nach dem Satz fügte er ein Siegeszeichen ein. Nach Medienberichten stammten die Attentäter aus einem Dorf bei Hebron im südlichen Westjordanland. Es handle sich offenbar um Cousins. Sie hätten sich ohne Genehmigung in Israel aufgehalten.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wollte in der Nacht auf Donnerstag nach seiner Rückkehr aus Moskau eine Dringlichkeitssitzung abhalten. Dabei sollte über das weitere Vorgehen nach dem Attentat entschieden werden. Es war der erste tödliche Anschlag in Israel seit der Ernennung des ultrarechten Avigdor Lieberman zum Verteidigungsminister.

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