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Doppelsieg für ÖSV-Adler

Österreich hat 30 Jahre nach Karl Schnabl wieder einen Skisprung-Olympiasieger von der Großschanze. Thomas Morgenstern triumphierte am Samstagabend in Pragelato mit einem Zehntelpunkt Vorsprung auf Andreas Kofler.  

Damit sind alle Wind-Diskussionen und enttäuschenden Ergebnisse dieser Saison mit einem Schlag weggewischt: Thomas Morgenstern und Andreas Kofler haben am Samstag bei den XX. Olympischen Winterspielen in Pragelato einen sensationellen Doppel-Sieg auf der Großschanze gefeiert. Beinahe hätten sie sich sogar das Gold teilen müssen, Morgenstern siegte mit nur 0,1 Punkten oder 18 Zentimetern Vorsprung auf Kofler. Es war der erste Olympiasieg für die ÖSV-Skispringer seit 1992 durch Ernst Vettori und erst der dritte Springer-Doppelsieg bei den Spielen nach 1976 und 1992.

Eine Sternstunde nicht nur für Thomas Morgenstern, sondern auch für den österreichischen Skisprung-Sport. Mit einem unwiderstehlichen 140-m-Flug, der Tageshöchstweite, sicherte der nach dem ersten Durchgang hinter Kofler zweitplatzierte Kärntner Österreich Gold. Der 21-jährige Kofler nahm die Kampfansage an und landete etwas verwackelt bei 139,5 Metern. Am Ende war es nur ein Zehntelpunkt, der zu Gunsten des 19-Jährigen entschied. Bronze ging an Lars Bystöl, der auf der Normalschanze Gold geholt hatte. Bystöl wies allerdings schon 26,2 Punkte Rückstand auf Morgenstern auf.

Die überlegene Manier, mit der die in der Saison oftmals auch vom Pech verfolgten beiden Youngsters im ÖSV-Team die Konkurrenz dominierten, war beeindruckend. Obwohl sie drei Norweger im “Nacken” hatten, behielten sie die Nerven. Morgenstern landete bei 133 und 140 Metern, Kofler bei 134 und 139,5. Nur Bystöl im zweiten Durchgang und der viertplatzierte Roar Ljökelsöy im ersten Sprung (131) kamen überhaupt über die 130-m-Marke.

“Ich hab mir schon viele Gedanken gemacht, das war ein brutal schwieriger Wettkampf. Ich habe das Glück auf meiner Seite gehabt, es tut mir Leid um den Kofi”, fand Morgenstern in der Stunde seines Triumphs auch tröstende Worte für den “silbernen” Zimmerkollegen. “Das ist ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Ich brauche Zeit, bis ich das realisier. Einfach geil, ein Wahnsinn.” Vor seinem 140-m-Flug hat “Morgi” es schon gespürt, dass da etwas Großes passieren kann. “Ich habe gewusst, als ich auf den Balken gegangen bin: Der Sprung geht jetzt dahin, der geht ins Flache. Ich habe mir gedacht: ’Mach das, was du kannst’. Der Ski hat gebissen, das war so ein geiler Flug, dann hab ich nur noch die Linien vorbeifliegen sehen.” Bei dem so knapp geschlagenen Kofler hielt sich die Enttäuschung in Grenzen: “Zuerst einmal hab ich eine Riesengaude, weil es sind normal eigene Gesetze da. Andererseits tut’s weh, aber ich hoffe, es war nicht mein letztes Olympia. Ich hab das, was ich auf der Kleinen verpatzt hab, heute richtig gemacht.” Nur die etwas verpatzte Landung im zweiten Durchgang, die hat ihm wohl Gold gekostet.

Ganz im Schatten von Gold und Silber lief es den beiden anderen Österreichern weniger gut: Andreas Widhölzl landete an 21. Stelle, Martin Koch verpasste als 32. mit 116 Metern überhaupt den finalen Durchgang.

SKISPRINGEN – Großschanze:
Thomas Morgenstern (AUT)
Andreas Kofler (AUT)
Lars Bystöl (NOR)
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