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Doping: Dürr enthaftet - Er soll bis zuletzt gedopt haben

Johannes Dürr
Johannes Dürr ©APA
Der Langläufer Johannes Dürr, der im Zuge des während der Nordischen WM in Seefeld aufgeflogenen Blutdopingskandal am Dienstag in Innsbruck festgenommen worden war, soll seit Jahren und bis zuletzt Eigenblutdoping betrieben haben.
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Er soll diesbezüglich bereits ein Geständnis abgelegt haben, teilte die Staatsanwaltschaft Innsbruck am Mittwoch mit.

Dürr war am Dienstag wegen des Verdachts des Sportbetrugs in Innsbruck festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft verdächtigte den Langläufer, dass er nicht nur andere Sportler an den Erfurter Sportmediziner Mark S. vermittelt habe, sondern auch, dass Dürr selbst bis vor kurzem Eigenblutdoping betrieben habe und sich dabei von ebendiesem Arzt behandeln ließ. Weil Dürr zur Finanzierung seines geplanten Comebacks Crowdfunding betrieben habe, bestehe der Verdacht des Sportbetrugs.

Dürr bestreitet Vermittler-Rolle

Während Dürr das Eigenblutdoping zugegeben hat, stellte er jedoch weiterhin in Abrede, andere Athleten an den Sportmediziner weiter vermittelt zu haben. Auch, dass er sich mit dem Eigenblutdoping unrechtmäßig bereichert hätte, bestritt der Langläufer, weil er für finanzielle Unterstützungen auch jeweils entsprechende Leistungen erbracht hätte.

Der Verdacht des Sportbetrugs werde demnach weiter zu prüfen sein, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dazu seien noch nicht abgeschlossen. Trotzdem konnte Dürr nach der Vernehmung noch in den späten Dienstagabendstunden wieder enthaftet werden, “da nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht anzunehmen ist, dass er auf freiem Fuß die Ermittlungen beeinträchtigen würde”, teilte die Anklagebehörde mit.

Der Niederösterreicher war bei Olympia 2014 positiv auf EPO getestet und danach gesperrt worden. In einer ARD-Dokumentation im Jänner hatte er umfassend über Dopingpraktiken im Leistungssport ausgepackt, dies soll zu den Razzien während der Nordischen WM in Seefeld und Erfurt geführt haben.

 Dopingfälle in Langlauf und Biathlon
Dopingfälle in Langlauf und Biathlon ©APA

Baldauf und Hauke belasten Dürr als Tippgeber

Im Interview mit der “Kronen Zeitung” haben die des Eigenblutdopings überführten österreichischen Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke erklärt, dass sie 2016 vom am Dienstag vorrübergehend festgenommenen Johannes Dürr von jenem deutschen Arzt in Erfurt erfahren hatten, der als mutmaßlicher Drahtzieher eines großen Doping-Netzwerks gilt. Die erste Blutabnahme soll im Sommer 2018 erfolgt sein.

“2016 traf ich Johannes Dürr erstmals seit dem Skandal um ihn wieder. Wir arbeiteten beide beim Zoll in Wien und gingen manchmal miteinander trainieren. Dabei redeten wir natürlich über das Langlaufen und in der Folge auch darüber, dass die Leistungen von Max und mir stagnierten. Dürr erklärte mir, dass es ohne Doping nicht möglich sei, an die Spitze zu kommen. Und dass uns sein Erfurter Arzt helfen könne”, wird Baldauf in der Krone zitiert.

Chronologie der Blutdoping-Affäre
Chronologie der Blutdoping-Affäre ©APA

(APA)

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