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Dänemark: Chemotherapie für krebskranke Haustiere

©SXC
Einschläfern war gestern: Zwei Kopenhagener Tierklinken bieten "wegen der gestiegenen Nachfrage" seit einiger Zeit Chemotherapien für krebskranke Haustiere an.

Veterinären zufolge findet die Behandlung nur zur Lebensverlängerung statt, und nicht, um die Tiere zu kurieren. Tierschützer sehen die Entwicklung daher kritisch.

Laut einem Bericht der dänischen Tageszeitung “Berlingske Tidende” (Montag-Ausgabe) sterben mittlerweile rund ein Drittel aller Hunde und ein Viertel aller Katzen an Krebs. Erklärt wird die hohe Krebsrate bei Haustieren mit deren gleichzeitig steigender Lebenserwartung. Die Tierärztin Anne Greisen vom Kopenhagener Tierhospital rechtfertigt das Angebot mit einer “höheren Lebensqualität” für Tier und Mensch. Den Tierhaltern fiele das Abschiednehmen von ihren Lieblingen zusehends schwer – insbesondere als als man sich daran gewöhne, dass Krebs beim Menschen immer öfter zur Gänze geheilt werden kann.

Bei der Tierschutzorganisation “Dyrens Beskyttelse” sieht man den Trend zur Anwendung von Chemotherapie bei Haustieren dagegen mit wenig Begeisterung: “Wir müssen aufpassen, die Tiere nicht zu vermenschlichen”, meint deren Tierärztin Lotte Brink. Ihr zufolge steht die Verlängerung des Lebens von Hunden und Katzen um beispielsweise ein Jahr in keinem Verhältnis zu den Leiden, die die Behandlung den Tieren zufügt. Brink ist der Meinung, dass eine Lebensverlängerung bei erkrankten Tieren erst bei einer Prognose von vier bis fünf Jahren sinnvoll wäre.

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