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Django & Johanna

Nicht immer tragen die Oberen Namen, die der Satire nützen. Wenn aber ein ÖVP-Chef Django gerufen wird, sollte er wissen, was sich im Sarg befindet, den er ständig hinter sich herzieht. "Schau nach, Django!"


In Sergio Corbuccis Film (1966) „Django“ bildet der auf den kalten Krieg gemünzten Konflikt zwischen Süd- und Nordstaaten den politischen Hintergrund. Die Auseinandersetzung zwischen dunklen Armen und weißen Reichen prägt die USA bis heute und ist im Land der Zweiparteien-Demokratie und der zur Statue versteinerten Freiheit ungebremst präsent, ebenso die illegale Einwanderung, ebenso der Rassismus. Mit viel Aufwand versuchen die „Verteidigten Staaten“ (SZ) seit langem erfolglos, aber milliardenteuer, ihre 3144 km lange Grenze zu Mexiko mit Zäunen zu sichern.

Illegale Einwanderer hält das nicht ab. Über 80.000 Kinder und Jugendliche sind seit vergangenem Herbst (2014) aus ihren mittelamerikanischen Heimatländern über den Rio Grande in die USA geflohen (Berliner Zeitung). „Jedes Jahr gelingt es rund einer Million Menschen, sie zu überwinden.“ (América, T.C. Boyle). Das Ding ist völlig unnütz. Durch die intensiven wirtschaftlichen und familiären Verflechtungen zwischen den USA und Mexiko ist die Grenze eine der weltweit am häufigsten überquerten.

„Django, sieh dich um!“ Keine Reaktion. Tränenbesackt und wortkarg reitet Django Reinhold auf dem schwarzen Klepper nach Spielfeld weiter. Donnergrollen. Der Sargdeckel öffnet sich, es entsteigt Djangos Maschinengewehr, ein Bubikopf mit Klunkern am Abzug: die eiserne Johanna. Sie lächelt, Flüchtlinge gefrieren. Frust & Frost in Spielfeld, von fern winken Steiermarks Wehrburgen, allen voran Schloss Spielfeld, Fata Morgana der Festung Europa.

Die mikl-alterlich getörnte Johanna lässt sich zur Teilnahme an der Talkshow von Anne Will verleitnern und macht sich trutzig sich auf den Weg, um dort das von ihr selbst ausgedachte österreichische Konzept zur Flüchtlingsfrage den Deutschen zu verraten. Tags darauf berichtet der ORF der ganzen Welt das gelüftete Staatsgeheimnis: „Ein Zaun ist nichts Schlechtes“, sagt Johanna am Mittwochabend in der ARD-Talkshow. „Jeder, der ein Haus hat, hat einen Garten und einen Zaun“, also entscheide auch jeder, „wer rein darf und wer raus“. Die Gartenzwerggewerkschaft (ÖGG) zieht die rote Zipfelkappe. Wir ziehen vor solch miklischer Erkenntnis den Narrenhut.

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