"Discovery" planmäßig unterwegs

Erleichterung und Freude bei der NASA: Die US-Raumfähre "Discovery" ist nach ihrem erfolgreichen Start bisher ohne Zwischenfälle auf dem Weg zur internationalen Raumstation ISS.  

Die Raumfähre mit dem Deutschen Thomas Reiter und sechs US- Kollegen an Bord soll am Donnerstag um 16.52 Uhr MESZ an der ISS andocken. Der 48-jährige Reiter wird dann als erster Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation ESA zu einem Langzeitbesuch von mindestens sechs Monaten auf der ISS bleiben.

Den ersten Tag im Weltraum verbrachten die Astronauten mit der Sicherheitsüberprüfung ihrer Raumfähre. Mit Hilfe von Lasern und einer hoch auflösenden Kamera, die auf einem frei schwenkbaren Roboterarm montiert sind, können sie die Hitzekacheln in den besonders gefährdeten Bereichen ihres Orbiters inspizieren. Diese Daten sowie die bisher umfangreichsten Aufnahmen, die je beim Start eines Spaceshuttles gemacht wurden, werden von der US- Raumfahrtbehörde NASA ausgewertet. Danach steht bereits in wenigen Tagen fest, ob die „Discovery“ im Weltraum repariert werden muss oder ob sie ohne Probleme zur Erde zurückkehren kann.

Die Beschädigungen am Hitzeschild entstehen durch Isolierschaumstücke, die auf Grund der gewaltigen Kräfte und der Reibung beim Start vom Außentank abplatzen. Ein Schaumstoffstück schlug beispielsweise ein Loch in den Flügel der Raumfähre „Columbia“ und löste damit das tödliche Unglück vom 1. Februar 2003 aus.

Auch beim Start der „Discovery“ lösten sich nach Angaben von Programmmanager Wayne Hale wieder mehrere kleine Stücke Isolierschaum. Dies sei aber zu einem so späten Zeitpunkt geschehen, dass die Stücke keine gefährlichen Auswirkungen haben könnten. „Ich habe nichts gesehen, dass uns irgendwelche Sorgen um die Gesundheit der Crew oder um die Raumfähre bereitet“, sagte Hale.

Der Bilderbuchstart der „Discovery“ löste große Freude und Erleichterung sowohl in den USA als auch in Europa aus. „Einen besseren Start als heute gibt es nicht“, sagte der Direktor der US- Raumfahrtbehörde NASA, Michael Griffin, in Cape Canaveral in Florida. Der ESA-Direktor für bemannte Raumfahrt, Daniel Sacotte, bezeichnete den bevorstehenden Langzeitaufenthalt von Reiter als Meilenstein in der bemannten Raumfahrt in Europa.

Der Spaceshuttle hob nach den zwei wegen Gewittern abgebrochenen Countdowns vom Wochenende am Dienstag um 20.38 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Achteinhalb Minuten später schwenkte die „Discovery“ in einen Orbit um die Erde ein.

Es war der erste Start der „Discovery“ seit fast einem Jahr und der zweite seit der „Columbia“-Katastrophe. Nach der Rückkehr zur bemannten Raumfahrt will die NASA ihre Raumfähren jetzt noch 16 Mal fliegen lassen, um den Ausbau der Weltraumstation bis 2010 vertragsgerecht zu beenden.

Die Rückkehr der sechs US-Astronauten ist für den 16. oder 17. Juli vorgesehen. Reiter soll Ende des Jahres wieder von der „Discovery“ abgeholt werden. Nach bisherigen Planungen der NASA soll die Raumfähre dafür am 14. Dezember starten.

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