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Dingo & Pandur

Ulrich Gabriel
Ulrich Gabriel

Vor vielen Jahren hieß er „Tag der Fahne“. Wozu wußte schon damals keiner. Immer wurde er verwechselt mit dem Tag, an dem der letzte Russ abgehauen ist. Gut, aber stimmt halt nicht. 1955 hieß es, das sei der 1. Tag „Frei von Fremden“. Das stimmte damals nicht und stimmt heute nicht. Dennoch: der Volk sollte Fahnen aufhängen. Er hat sie angetrunken. Noch heut sieht man geschmiedete Fahnenständer an Hauswänden. Fahnen stecken nur beim Faschingsumzug drinnen. Egal. Was brauchen wir Fahnen? Dieser 26. Oktober war seit jeher komplett übrig. Nur die PARL AM END ARIER machen sich wichtig mit gekünsteltem Patriotismus. Heimatstern! Der Tag wurde zum Nationalparkwandertag. Heute ist es ein längst überholter Rotweißrotabfeiertag. Veraltet und stinkfad. Keinem dieser neuen N.ABG ist bisher was Sinnvolles dafür eingefallen. Zanzenberg rät: Macht den Ersten Österreichischen KUNSTFEIERTAG daraus! Das traut sich keiner von diesen Helden. Der tiefste Sinn des Tages ist und bleibt immerhin die Arbeitsfreiheit. In Sachen Nutzlosigkeit liegt der 26. Oktober im Wettstreit mit dem ebenso sinnlosen 1. Mai. Irgendwann ist das Bundesheer beigesprungen und mit ein paar Lastwagen und Kanonen aufgefahren. Das hat Kindern und greisen Bundesheerlern gefallen. Die Fahne kam auch - hinten nach. Die ausgebrannte österreichische Hilfsarmee mit ihrem obersten Vanbefehlshaberer hat bis heute keine Idee, was man mit dem herumstreunenden Volk an diesem Tag tun könnte. Latente rotweißrote Stumpfsinnigkeit. Was bleibt ist Wichtigmacherei von ein paar Vergangenheitshisterikern, ein müdes Schärpenumhängen, eine abgespeckte Waffenshow mit Budgetgejammere. Kettenpanzer („Gemma Panzer schaun!“) und Black Schraubhuper („Gemma Hubschrauber schaun!“) sind abgehawkt. Der „Tausendrekrutenangelobungsschrei“ am Heldenplatz „ICH GELOBE“ bringts auch nicht, das immerwährende Neutralitätsgesabber der Würdentrager mit Mascherl will keiner mehr hören. Programm 2019: 100 Jahre Frauenwahlrecht schaun? Danke nein. In Bierleins Kanzlerkämmerchen kucken? Danke nein. Zum Rundgang durch die Vanderkanzlei mit Opa Bellen und Oma Doris gehen? O Gott, nein! Ein paar Kameras werden schon vorneweg humpeln, der Fellner quatschts dann durch auf Ö24. Im Redoutensaal warten die N.ABG, dass der Volk was redt mit ihnen. Danke nein. In der Hofburg wartet der Hausl der Geschichte mit der 100-jährigen „Ostarichi“-Urkunde. Ab ins Depot. Offene Türen überall! Macht sie zu. Am Heldenplatz holpert „Pandur“ herum. Nein, das ist kein Elefant aus Schönbrunn. Es ist der letzte Radpanzer von Bellens armer Österreich-Armee. Bingo! Da kommt „Dingo“ ums Eck. Bierleins Wachhund? Nein. Das Sanitätsfahrzeug. O Elend! Holt Qualtinger, Travnicek, Farkas, Waldbrunn aus dem Grab. Oder MA24.

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