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Digitalisierung am Bau: Transformation einer Branche

CR Marc Springer mit Hubert Rhomberg.
CR Marc Springer mit Hubert Rhomberg. ©VOL.AT
Unternehmer und Visionär Hubert Rhomberg, seines Zeichens Geschäftsführer der Rhomberg Gruppe, im Interview über die Digitalisierung und modernen Herausforderungen am Bau. Beim Thema Digitalisierung hinkt die europäische Baubranche anderen Wirtschaftszweigen hinterher.

Beim Thema Digitalisierung hinkt die europäische Baubranche anderen Wirtschaftszweigen hinterher. Das hat eine Studie der TU Wien im Jahr 2016 festgestellt. Auch 2020 sei das zum Teil noch so, wie Hubert Rhomberg im VOL.AT-Interview sagt. Das liege aber nicht an den Mitarbeitern, sondern an der Komplexität der Prozesse und Mitspieler. Aus diesem Grund sei es schwierig Systemlösungen in der Branche zu etablieren. „Aber, jetzt ändern sich die Dinge massiv und schnell“, sagt Hubert Rhomberg.

Auch wenn man natürlich zum Beispiel bei der Kalkulation schon lange mit digitalen Tools arbeite, habe sich das – wenn es in Richtung Ausführung und Abwicklung geht – viel schwieriger gestaltet. 

Interview mit Hubert Rhomberg im Podcast

5D am Bau 

Bei Rhomberg Bau gibt es heute für jedes Bauprojekt schon einen „digitalen Zwilling“. Das würde neue Möglichkeiten eröffnen. Einerseits sehe man jetzt ganz genau, was für Materialien verwendet werden, aus welchen Teilen diese bestehen, wann es angeliefert werden muss und so weiter. „Jetzt kann ich die geometrische Information mit der zeitlichen und diese wiederum mit den Kosten verbinden. So kommen wir auf 5D, das heißt: 3D ist die räumliche Dimension, 4D die zeitliche und 5D sind die Kosten“, erklärt der Geschäftsführer der Rhomberg Gruppe.

CR Marc Springer und Hubert Rhomberg. ©VOL.AT

Unterschätzter Trend 

Durch „5D“ habe man jetzt auch ganz andere Möglichkeiten in der Arbeitsvorbereitung, Kalkulation, Planung und Systematisierung. „Aber es gibt noch einen wichtigen Trend, der aus meiner Sicht unterschätzt wird. Die Produktivität am Bau ist in den letzten 20 Jahren gesunken, weil auch mehr Vorschriften und Komplexität hinzugekommen sind.“ Alleine in den letzten fünf Jahren habe man 20 Prozent aller Fachleute verloren. „Es gehen mehr in Pension als nachkommen. Die Ausbildung ist eine andere, die Leute sind zum Teil nicht mehr so gut ausgebildet und so geht viel Fachwissen verloren.“  

Video: Innovationen und Trial & Error

Um diese natürlichen Abgänge an Personal und Know-how kompensieren zu können, müsse man effizientere Methoden implementieren und den Zugriff auf Wissen gewährleisten. „Obwohl wir weniger Leute mit Erfahrung haben, müssen wir mehr bauen.“ Eine Herausforderung, die man in drei Schritten lösen will. Prozesse zuerst systematisieren, dann digitalisieren und zu guter Letzt automatisieren.

Riesige Chancen in der Baubranche

Auch die Baubranche befindet sich bei der Rekrutierung von Facharbeitern und digitalen Talenten in einem großen Karpfenteich. Jeder wolle natürlich die „besten Köpfe“ verpflichten, doch Rhomberg zeigt sich optimistisch. „Wir haben jetzt eine riesige Chance im Bau, weil wir jetzt digital werden und total spannende Anwendungen haben mit Drohnen, Maschinen, Bots oder Automatisierungen.“ Am Bau schaffe man Dinge, die bleiben. Und das in Kombination mit Digital und den vielen verschiedenen Möglichkeiten, sei eine Chance, damit die Baubranche wieder attraktiver werde. „Und das merken wir auch!“ Selbst das Berufsbild des Baggerfahrers habe sich stark verändert. „Heute programmiert ein Baggerfahrer auf seinem iPad die teilautomatischen Funktionen des Baggers, weil er nach dem digitalen Modell selbstständig gräbt.“ Für Rhomberg ist klar: „Wir müssen uns auf das Konzentrieren, was den Arbeitern draußen dann einen Mehrwert bringt.  

Video: "Nachhaltigkeit ist das zentrale Thema"

Wichtiger Baustein für die Zukunft

Mit der Plattform „Cree“ hat Hubert Rhomberg schon 2008 einen wichtigen Baustein für die Zukunft gelegt. Auch wenn es die letzten zwölf Jahre zum Teil ein steiniger und harter Weg  gewesen sei, habe sich das Durchhaltevermögen ausgezahlt. „Wir haben uns immer wieder neu erfunden und gelernt“, erklärt Rhomberg. „Cree by Rhomberg“  ist eine Plattform, wo es fast immer um die Vergabe von Lizenzen geht, mit denen Kunden auf das Know-how der Wissensplattform und die Systematik zurückgreifen können. Zudem müsse man „Cree“ als Marktplatz für alle Bauteile sehen, was immenses Potenzial habe. „Wir können jetzt extrem schnell skalieren, weil wir selbst nicht mehr bauen. Wir bekommen einen Anteil an der Bausumme, weil wir die Technologie beisteuern, Logistikkonzepte liefern, bei der Beschaffung helfen und für Produkte, die bei uns über den Marktplatz laufen, eine Provision erhalten.“ Mittlerweile hat „Cree“ unter anderen schon Partner in Singapur, Belgien, Luxemburg, Japan, USA und natürlich in Deutschland und Österreich. 

Nachhaltigkeit in die Welt bringen

„Keiner kann schneller lernen als alle zusammen. Das war immer meine Vision“, konstatiert Rhomberg. „Das hat mich immer angetrieben. Wie können wir Technologie und Nachhaltigkeit in die Welt bringen ohne das immer ich bauen muss? Und das ist die Logik dahinter.“ Die Baubranche ist die größte der Welt und „Cree“ habe das Potenzial, das erste Vorarlberger Unicorn zu werden. „Cree war immer ein Innovationsmotor, der immer zu weit vorne war und kritisch – zum Teil auch berechtigt –angesehen wurde. Wir haben die klassische Startup-Dramatik mitgemacht, aber wir sehen wie es jetzt beginnt zu skalieren und die nächsten zwei Jahre bilanzieren wir schon positiv“, so Rhomberg abschließend.  (VOL.AT)

Ein Unicorn? Was die Plattform "Cree by Rhomberg" mit Star Trek zu tun hat

Eine Szene aus Star Trek. ©CBS/Paramount

(VOL.AT)

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