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Dieses Party-Spiel bringt dich in Rage: "Everybody 1-2-Switch"

17 Minispiele, bis zu 100 Handy-Mitspieler:innen – trotzdem scheiden sich hier die Geister

(Switch) Party-Spiele sind für Nintendo kein unbekanntes Terrain: Die "Mario Party"-Serie beinhaltet tonnenweise innovative Spielchen, die sowohl köstlich unterhalten als auch in Sekunden Freundschaften beenden. Kreativität ist jedoch bei "Everybody 1-2-Switch" eher Mangelware, die ein oder andere Beziehung könnte aber auch durch dieses Game recht schnell in die Brüche gehen.

Die große Stärke wird bereits im Titel betont: "Everybody" kann mitspielen. Das heißt ausnahmsweise nicht nur 2-8 Spielende mit JoyCon, sondern sogar bis zu 100 über den Smartphone-Modus – immer in Teams. Wie üblich wollen alle nur das Eine, nämlich gewinnen! Die Partie-Länge lässt sich selbst bestimmen: 20, 40 oder 60 Minuten. Wer die meisten Mini-Games für sich entscheidet, ist Gesamt-Sieger:in.

2017 war der Vorgänger "1-2-Switch" noch eine Art Pionier auf Nintendos Portable: Da wurde innovativ mit der Technik gespielt, 28 teils superkreative Mini-Games. Beispiel: Durch die Vibration musste die Anzahl der Murmeln "im Controller" erraten werden. Dieser Überraschungseffekt der Spielchen ist bei den klassischen Party-Games ein wichtiger Motivationsfaktor: Welche seltsame Aktivität erwartet uns in der nächsten Runde?

Deshalb ist man zu Recht gleich zu Beginn verstört: Während z.B. bei Mario Party Superstars die Anzahl der Mini-Games dreistellig ist, muss man sich hier mit 17 begnügen. Da granteln Gamer:innen zu Recht.

Immerhin variieren die Disziplinen zumindest minimal: Wenn man unfreiwillig per Zufallsgenerator zum wiederholten Mal dieselbe Aktivität wählt, wird der Schwierigkeitsfaktor erhöht, eine neue Regel eingeführt oder der Spielverlauf umgedreht.

Kreativität und Komplexität hält sich bei den Mini-Games sehr im Rahmen, wohl auch deshalb, damit man Freunde mit Smartphone maximal einbeziehen kann. Das mündet aber leider in eindimensionale 08/15-Aufgaben: Rhythmische Auf-Ab-Bewegungen für Alien-Tanz, oder Ballon-aufblasen, per Handgelenksschlag darf man Steaks wenden oder Ninjasterne werfen/abwehren. Was Quiz-Fragenstunden oder Bingo in der Sammlung verloren haben, ist durchaus zu hinterfragen. Auch hier steigt das Wut-Barometer.

Vereinzelt findet sich aber auch das ein oder andere Glanzstück. Beispielsweise muss man den zuvor versteckten gegnerischen JoyCon finden. Dazu kann man ihn ferngesteuert vibrieren lassen. Ebenfalls lustig: Man muss etwas in der realen Umgebung fotografieren, das eine möglichst ähnliche Farbe hat, wie am Bildschirm angezeigt. Achtung: Manche Smartphone-Mitspieler:innen werden unvermittelt aus dieser Runde ausgeschlossen, weil sie ihre Handy-Kamera nicht bzw. zu spät freigeschalten haben. Die sind dann verständlicherweise auch sauer.

Fazit

"Everybody 1-2-Switch" geht – durchaus lobenswert – ein Wagnis ein und wird dank Smartphone-Zugänglichkeit zu einem echten Massive-Multiplayer-Party-Game. Leider schöpft der Titel dadurch nicht das technische Potenzial der Switch aus und spart darüber hinaus generell mit Kreativität. Alles fühlt sich nach einer kostenlosen "Light"-Version an. Immerhin: "Everybody 1-2-Switch" schlägt nur mit gut 30 Euro zu Buche. Aber wie viel Spaß es macht, hängt hier mehr von den Mitspieler:innen ab, denn vom Spiel.

(VOL.AT/Ländle Gamer)

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