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Dieses Game schickt dich in die Wüste: "Atlas Fallen" im Test

Überraschungs-Hit made in Germany: Rasante Rollenspiel-Action in frischem Fantasy-Setting.

(PC, XBX & PS5) Das deutsche Entwicklerstudio Deck 13 ist immer für eine Überraschung im besten Sinne gut. Sowohl mit „Lords of the Fallen“ als auch mit den beiden „The Surge“-Spielen haben die Entwickler bewiesen, dass sie Soulslike können. Ihr neues Werk „Atlas Fallen“ schlägt eine andere Richtung ein: Ein recht lineares, aber filmreifes Rollenspiel mit faszinierender Open-World, flotter Action und explosiven Fights im Stil von „Devil May Cry“.

Entweder solo oder mit einer/m Mitstreiter/in (per nahtlosen Drop-in) geht’s in „Atlas Fallen“ auf die epische Heldenreise. Als „namenloser“ Sklave finden wir uns in der mittelalterlich angehauchten Wüstenwelt Atlas wieder. Dort fällt uns ein magischer Panzerhandschuh in die Hände, der alles verändern soll. Denn: Der Handschuh kann sprechen und den Sand manipulieren. Das wiederum ermöglicht es uns, über die Dünen zu surfen und mächtige Waffen (Dünenspalter, Sandpeitsche und Sandfaust) zu beschwören. Nun gilt es dem ortsansässigen Gott Thelos und einer Vielzahl an bissigen Phantom-Monstern zu trotzen, die die Welt von Atlas terrorisieren.

Für ein Open-World-Game absolviert man hie die in unter 20 Stunden bewältigbaren Story angenehm geradlinig. Vier überraschend schön gestaltete Regionen – drei groß, eine klein – sind die Spielplätze, durch die uns unsere Mission führt. In Gesprächen mit den Charakteren der Welt entwickelt sich die Geschichte weiter. Dabei fällt vor allem die qualitativ hochwertige deutsche Synchronisation mit Hollywood-Stimmen auf. Die bekannten Sprecher:innen verleihen – im Ausgleich zu den sparsamen Gesichtsanimationen der Figuren – der Handlung den nötigen emotionalen Tiefgang.

Aber den Reiz des Games macht ohnehin weniger die Story aus. Die Spaß-Schwerpunkte liegen bei „Atlas Fallen“ vor allem auf Bewegungsfreiheit und spektakulären Kämpfen. Die Levels sind darauf ausgelegt, Bewegungs- und Erkundungsdrang zu belohnen. Wer geschickt springt und gleitet, dringt in scheinbar unerreichbare Regionen vor. Dort birgt man Schätze, findet Nebenquests, bessere Ausrüstung und andere Geheimnisse.

Vor allem aber geht es darum, sogenannte Essenzsteine zu bekommen, die den Charakter zu neuen Aktionen im Kampf befähigen. Von den Steinen gibt’s im Game immerhin über 150, eingesetzt aber zeitgleich nur eine bestimmte Anzahl – da darf also fröhlich experimentiert werden. Heerscharen von kleinen und großen Gegnern sind in „Atlas Fallen“ zu überwinden. Die Kämpfe steuern sich sehr eingängig, erfordern aber neben guten Reflexen auch strategisches Geschick: Schnelle oder aufgeladene Angriffe mit der richtigen Waffe platzieren, dann wieder pünktlich Blocken oder flotte Ausweichmanöver vollziehen und dabei Momentum für Spezial-Aktionen sammeln. Inszeniert sind die Fights absolut beeindruckend, da werden regelmäßig ganze Feuerwerke gezündet. Einzig Kameraführung schmälert hie und da mal den Spaß, wenn die Linse an einem Monster hängen bleibt. Das ist allerdings jammern auf hohem Niveau, denn letztlich werden die Kämpfe nie langweilig. Gerade auch deshalb, weil sich der Kampfstil durch die austauschbaren Essenzsteine jederzeit anpassen lässt.

Fazit

„Atlas Fallen“ ist ein kleines Game-Juwel mit einer spannenden Spielwelt und packender Action. Es spielt sich flott und befriedigend. Sowohl die Kämpfe als auch das Erkunden sind launig – auch dann noch, wenn die Hauptquests längst abgeschlossen sind. Zu zweit im Koop macht es sogar den doppelten Spaß. Leider ist der Release-Zeitpunkt etwas ungünstig. Nach dem ähnlich ausgerichteten, aber gefloppten „Forspoken“ und dem alles überschattenden Mega-Rollenspiel „Baldur’s Gate 3“ wurde „Atlas Fallen“ (unverdient) skeptisch beäugt bzw. links liegen gelassen. Schade, der Titel hat seine Stärken und eine Chance mehr als verdient.

(VOL.AT/Ländle Gamer)

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