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Dienstfahrräder

Weitere Fragestellungen durch BMF und ÖGK geklärt

Die Kombination aus günstiger steuerlicher Behandlung, Nachhaltigkeitsaspekt und körperlicher Betätigung hat bei Dienstnehmenden und Dienstgebenden Anklang gefunden und das Dienstfahrrad äußerst beliebt gemacht. Die zahlreichen Anwendungsfälle haben einige Fragestellungen aufkommen lassen, die vom BMF und der ÖGK inzwischen klargestellt wurden.

Gleichklang zwischen Sozialversicherung und Lohnsteuer

Wird zwischen Dienstgebenden und Dienstnehmenden eine Gehaltsumwandlung vereinbart, kommt es zu einer Dienstvertragsänderung bei der im Gegenzug zur Überlassung des (Elektro-)Fahrrades der Bruttobezug reduziert wird. Aus steuerlicher Sicht wird dadurch die Steuerbemessungsgrundlage reduziert und es fällt weniger Lohnsteuer an. Bis Ende 2022 hatte eine solche Gehaltsumwandlung jedoch keinen Einfluss auf die Sozialversicherung. Die Beiträge wurden daher weiterhin vom ungekürzten Gehalt berechnet. Diese Diskrepanz wurde mit 1.1.2023 beseitigt. Der gekürzte Bruttobezug gilt nunmehr einheitlich als Bemessungsgrundlage für Lohnsteuer, Sozialversicherung und gleichermaßen für die Lohnnebenkosten (Kommunalsteuer, DB und DZ).

Auf den ersten Blick ist dieser Gleichklang zu begrüßen. Jedoch gilt es zu beachten, dass die Verringerung der Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherung auch Auswirkung auf die Höhe der Pension, der Abfertigung neu, Arbeitslosengeld usw. hat. Alternativ kann zwischen Dienstgebenden und Dienstnehmenden das Abzugsmodell vereinbart werden. Hier wird die Kostenbeteiligung durch den Dienstnehmenden vom Nettogehalt in Abzug gebracht. Das Bruttogehalt bleibt unverändert, wodurch sich die Sozialversicherung, aber auch die Lohnsteuer und die Lohnnebenkosten nicht verringern.

Gleichbleiben der Sonderzahlungen

Wird das Bruttogehalt durch eine Gehaltsumwandlung reduziert, sinken grundsätzlich auch Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Überstundenentgelte usw. Es ist jedoch möglich zu vereinbaren, dass sich die Gehaltsumwandlung nur auf das laufende Gehalt bezieht. Alle sonstigen Ansprüche können weiterhin auf Basis des ursprünglichen Gehalts berechnet werden. BMF und ÖGK haben klargestellt, dass diese Vorgangsweise für die günstige Behandlung des Dienstfahrrades nicht schädlich ist.

Einige Folgewirkungen sind aber dennoch zu beachten. Werden Urlaubs- und Weihnachtsgeld an der bisherigen Basis bemessen, kann es zu einer sogenannten Jahressechstelüberschreitung kommen. Ein Teil der Sonderzahlungen unterliegt dann nicht mehr dem günstigen 6 % Steuersatz. Auch Überstundenzuschläge können dadurch teilweise steuerpflichtig werden. Im Hinblick auf den abrechnungsseitigen Aufwand scheint es daher in der Praxis zweckdienlicher, das reduzierte Bruttogehalt auf alle Ansprüche anzuwenden.

Weitere Klarstellungen

Darf das Dienstfahrrad auch in entgeltfreien Zeiten (z.B. während einer Karenzierung) weiterverwendet werden, hat dies keine steuerschädlichen Auswirkungen. Das BMF hat sich auch dazu geäußert, ob einem Dienstnehmenden mehrere emissionsfreie Fahrzeuge zur Verfügung gestellt werden dürfen. Grundsätzlich ist die Begünstigung nicht nur auf ein (Elektro-)Fahrrad begrenzt. Es muss aber sichergestellt sein, dass die Fahrräder nicht von Familienmitgliedern verwendet werden können.

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