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Die Zitate des Jahres

"My name is Gusenbauer, Alfred Gusenbauer." - Österreich hat einen neuen Kanzler (deswegen aber noch lange keine Olympischen Spiele, auch wenn "Wintersports in our DNA" liegt)

„Job done.“ – Österreich hat auch einen neuen Altkanzler, Wolfgang Schüssel sein Name.

„Viel mehr privat, weniger Staat.“ – Der Glamour-Minister (Karl-Heinz Grasser) kam gleich ganz abhanden.

„Ich bin jetzt eine Freifrau, frei von allem.“ – und auch ein anderer Reibebaum (Elisabeth Gehrer) völlig losgelöst.

„I feel the world in Vorarlberg is too small.“ – Hubert Gorbach irgendwie auch.

„Meine Schamschwelle, Privates zu sagen, ist relativ niedrig.“ – „Marina ist meine Freundin. Mit Elisabeth bin ich verheiratet.“ – dafür gibt es neue lustige Minister, wie Erwin Buchinger.

„Ja, ich habe Schmetterlinge im Bauch.“ – und lustige Ministerinnen, wie Andrea Kdolsky.

„Ich bemühe mich, auch Obst und Gemüse zu mir zu nehmen, aber ich bin auch ein leidenschaftlicher Schweinsbraten-Esser.“ – „An alle Fotografen, damit Ihr’s wisst: Ich gehe heute noch baden. Aber im Badeanzug, nicht im Bikini, auch wenn mein Körper der nackte Wahnsinn ist.“ – wirklich lustige.

„Ich finde, er hat das wirklich große Los gezogen.“ – und wirklich glückliche wie Zivildiener Norbert Darabos, dem sein Parteifreund Alfred Gusenbauer ehrenvoll das Verteidigungsressort inklusive der Eurofighter in die Hände legte.

„Für Bummelstudenten haben wir absolut kein Verständnis.“ – und wirklich gewandelte wie den Kanzler.

„Die Opposition ist meine Hauptsorge nicht.“ – insgesamt handelt es sich aber offenbar um eine eigenwillige Regierung, wenn man etwa dem Vizekanzler Wilhelm Molterer so zuhört.

„Seitenmäßig ist das Regierungsprogramm so dick wie der Gusenbauer, aber inhaltlich so dünn wie der Schüssel.“ – mit einem ganz eigenen Koalitionspakt, wie Jörg Haider findet.

„Diese Regierung ist ein Standbild.“ – ein schönes Bild von BZÖ-Chef Peter Westenthaler.

„Wie es bei Wirtshausraufereien so üblich ist, gibt es Zeugen, die relativ dumm daher lügen.“ – der freilich in diesem Jahr auch weniger Schönes erlebte, etwa bei Staatsanwalt Karl Schober.

„Jeder weiß, dass bei uns die Politik durchaus gesellig angelegt ist.“ – überhaupt haben es orange Gelage so in sich, lässt Mister 99 Cent, Jörg Haider, erahnen.

„Wahrscheinlich wird man gefragt: Wie viel Bier oder wie viel weiße Spritzer willst du noch? (…) Und ich sage dann: drei.“ – auch der FPÖ-Chef hatte so seine Erfahrungen mit dem Alkohol – mit dem Drei-Finger-Bestellen besser gesagt.

„Ich war damals von soldatischen Tugenden fasziniert, ich habe auch im Wald gespielt.“ – damals, als Heinz-Christian Strache noch gerne gespielt hat.

„Grünsteidl zündet sich jetzt eine Zigarette an. Gauloises rouge. Wen juckt’s.“ – Sein Pressesprecher raucht – und teilt es der Welt mit – um 1.03 Uhr.

„Im Angesichts des Todes lösen sich alle Brüche des Lebens auf.“ – 2007 hieß es auch Abschied nehmen, von Kurt Waldheim etwa.

„Auch uns ist das Herz stehen geblieben.“ – auch von Liese Prokop, in diesem Zitat betrauert von Wolfgang Schüssel (V).

„Ich meine schon, dass das richtig ist mit seiner Seligsprechung.“ – der große Moment für Franz Jägerstätters Witwe Franziska.

„Barolo hat in Wien gesagt.“ – es war aber auch ein Wein-Jahr, für Kanzler Gusenbauer zum Beispiel.

„Die Polen sind ziemlich unverfroren“ – apropos EU, der ehemalige Kommissar Franz Fischler hatte da was auszusetzen.

„Grüß Gott.“ – in Österreich war derweil hoher Besuch da, ganz hoher.

„Grüß Gott, wir kennen uns schon“ – für Vizekanzler Molterer freilich eher alltägliches, wenn der Papst mal vorbeischaut.

„Geben Sie Acht, sonst machen Sie das Parlament kaputt.“ – auch Wladimir Putin bereiste Wien und bewies, dass er lupenreiner Demokrat ist, jedenfalls im Ausland, wenn Fotografen das Mobiliar zu zerstören drohen.

„Vorsicht, es ist rutschig“ – „Gottlob hab’ ich Gummisohlen.“ – Otto Habsburg, längst (gummibeschuhter) Demokrat, jetzt auch wieder bei Hof – genauer: in der Hofburg – gern gesehen.

„Gerechtigkeit für Elisabeth Gehrer!“ – PISA war auch da und die österreichischen Schüler sind nicht dümmer geworden, was ÖVP-Altobmann Alois Mock ein Rufzeichen setzen ließ.

„Da kommen die jungen Leute, die gar nicht wissen, welche Deppen da vor ihnen sitzen“ – Franz Voves und sein Blick auf den steirischen Landtag.

„So lasse ich das wirklich nicht stehen, damit Sie nicht glauben, ich bin ein Weichei.“ Franz Voves, der Bundeskanzler und Kriegsgewinnlerin Heidrun Silhavy.

„Nicht alles, was schiach ist, ist Untersuchungsgegenstand.“ – geprägt das Jahr vom Eurofighter-Ausschuss, freilich der nicht nur vom nackten Hinterteil des Erhard Steininger, das Peter Pilz partout nicht prüfen wollte.

„Ich bin müde. Ich glaube, die Sitzung war nett und ich werde die Sitzung bald verlassen.“ – ansonsten würde der Lobbyist freilich bis an die Schlummergrenze gelöchert.

„Ich red’ mit dem Erhard.“ – wenn schon sonst keiner, Airchief Erich Wolf sprang über die Klinge. Grund: laut „Kleiner Zeitung“ hatte er mit diesen Worten das 87.600 Euro-Darlehen von Freund Steininger für die Firma seiner Frau eingeleitet.

„Sind Sie besessen?“ – nicht aus einer Teufelsaustreibung, sondern aus dem Eurofighter-Ausschuss – der „wilde Abgeordnete“ Ewald Stadler erforschte das Innenleben der schwarzen Fraktionsführerin Maria Fekter.

„Es ist beeindruckend, was er alles kann. Aber er kann einfach zu viel.“ – der Eurofighter, der doch kommen durfte und vom verzweifelt beeindruckten Verteidigungsminister nicht einmal empfangen wurde.

„Elsner ist nicht freiwillig mitgekommen.“ – und es gab noch einen U-Ausschuss, mit nicht ganz freiwilligen Gästen in Sachen BAWAG, wie man von Staatsanwalt Georg Krakow erfuhr.

„Alles ist weg.“ – dem flott ein Prozess folgte, Krakow erklärt kurz und bündig wieso.

„Die BAWAG hat sich sicherlich durch mich Geld erspart.“ – dass das möglich ist, wenn doch Investmentbanker Wolfgang Flöttl sagt…

„Ich wollte das ÖGB-Vermögen nicht verschleudern, sondern sichern, und das ist auch gelungen.“ – …und ÖGB-Alt-Präsident Fritz Verzetnisch sagt.

„Ich muss aus heutiger Sicht zugestehen, dass ich bei Teilen meiner Handlungen die Grenzen der Strafbarkeit überschritten habe.“ – wenigstens einer sagt was anderes, Ex-General Johann Zwettler.

„Mein Motto war ’Augen zu und durch’.“ – und erklärt sogleich, wie er es angestellt hat.

„Ganz deppert bin ich noch nicht.“ – Vorgänger-General Helmut Elsner weder blöd noch schuldig, sagt er.

„Für meine Rehabilitation werde ich bis zur letzten Patronenkugel kämpfen.“ – eine weitere prägende Persönlichkeit des bald abgelaufenen Jahres, Roland Horngacher.

„Entweder meine Eltern kommen zurück nach Österreich, oder ich stelle mich nicht lebend der Polizei.“ – anders prägte das Jahr Arigona Zogaj.

„Es ist evident, dass starke Bindungen zum Heimatstaat bestehen, da sich große Teile der Familie im Kosovo befinden.“ – für die zwar “Österreich“ aber nicht der österreichische Innenminister Herz zeigte.

„Ich habe manchmal den Eindruck, wir werden in Österreich schon ähnlich stark überwacht wie seinerzeit die DDR-Bürger von der Stasi überwacht worden sind.“ – VfGH-Präsident Karl Korinek übersättigt von Überwachungsmaßnahmen im Schatten des Anti-Terror-Kampfes.

„Das Geld, das ihr für Bush und seine Leute ausgebt, könnt ihr für die Studenten verwenden, denen ihr eurer Versprechen gebrochen habt.“ – solche „islamistischen“ Messages machen Grundrechtsschützern das Leben halt nicht leichter.

„Eines muss man der SPÖ lassen: Die Studiengebühren wurden zumindest nicht erhöht.“ – Häme übrigens nicht nur aus der Terror-Szene sondern auch aus der Hochschülerschaft.

„Was ist ein Umfaller?“ – wie gesagt, Österreich hat einen neuen Kanzler.

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