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Die Wälderbahn im Herzen

Bezau -   Der Langenegger Jakob Bobleter lebt den Rhythmus der alten Zeit.

Seit nunmehr 23 Jahren tuckert das Wälder Museumsbähnle zwischen Bezau und dem Bahnhof Schwarzenberg hin und her. Doch der Weg bis dahin war ein weiter. Nachdem ein Felssturz 1980 das Ende der Bregenzerwaldbahn besiegelte, kämpfte eine Gruppe von Eisenbahnfreunden unermüdlich für den Erhalt der historischen Schmalspurbahn – bis 1985 der Verein „Bregenzerwaldbahn – Museumsbahn“ ins Leben gerufen werden konnte.

Tausende Stunden

Ein Mitglied der ersten Stunde ist Jakob Bobleter. Viele Jahre arbeitete er bei der Bregenzerwälderbahn in der Vorklostner Werkstatt. Nachdem die Bahn eingestellt wurde, war für ihn und viele andere klar: Wenn nichts getan wird, dann ist es ganz schnell vorbei. „Viele Leute haben uns damals als Spinner bezeichnet. Sie haben uns nicht zugetraut, dass wir das jemals schaffen“, erinnert sich der nimmermüde Langenegger zurück. Doch nach Tausenden ehrenamtlichen Einsatzstunden konnte 1987 der Museumsbahnbetrieb tatsächlich aufgenommen werden. Seitdem ist kein Tag vergangen, an dem es für Jakob Bobleter nichts zu tun gab. Das Geld aus den ersten Fahrten wurde umgehend in Werkzeuge investiert, denn „am Anfang hatten wir nichts, außer dem Willen etwas tun zu wollen“, erzählt Bobleter. Dem Engagement der 23 Gründungsmitglieder ist es zu verdanken, dass ein Teilstück der einst wichtigsten Verkehrsader des Bregenzerwaldes für die Nachwelt erhalten geblieben ist. Immer wieder hatten die Vereinsmitglieder auch mit Widrigkeiten der Natur zu kämpfen. So auch am 22. Mai 1999, als die Sporeneggbrücke einstürzte und den Bahnbetrieb für ein Jahr lahm legte. „Die ersten Tage waren schwierig. Die Auflösung des Vereins und die Einstellung der Bahn standen lange im Raum“, erzählt Betriebsleiter-Stellvertreter Bobleter. Doch auch diese Schlacht konnte Dank finanzieller Unterstützung von allen Seiten geschlagen werden. Heute ist die Museumsbahn mit rund 50.000 Fahrgästen jährlich die erfolgreichste in Österreich. Das eingenommene Geld aus dem Fahrkartenverkauf und Unterstützungen wird zu 100 Prozent in den Erhalt der Bahn investiert. Denn alle 32 aktiven Mitglieder sind ehrenamtlich im Einsatz. „Die strahlenden Augen der Fahrgäste sind Belohnung genug“, sagt Jakob Bobleter über sein liebstes Hobby – das „Wälderbähnle“.

Zur Person

Jakob Bobleter ist eines der Gründungsmitglieder des Vereins „Bregenzerwaldbahn –Museumsbahn“. Er ist Betriebsleiter-Stellv., Schriftführer, Zugführer, Schaffner, verantwortlich für das Vereinsbüro und Buchungen
Geboren: 21. September 1946
Laufbahn: pensionierter ÖBB-Mitarbeiter
Familie: verheiratet, drei Kinder
Hobby: Wälderbahn

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