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Die Welt ein wenig grüner werden lassen

Antje von Dewitz verfolgt eine konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmensstrategie.

Gipfel geht sie sportlich an. Das Gehen auf Trampelpfaden ist dabei nicht ihr Ding: Antje von Dewitz ist Geschäftsführerin des in Tettnang ansässigen Outdoor-Ausrüsters Vaude. Am Internationalen Wirtschaftsforum am 12. November in Bregenz wird sie berichten, wie Prinzipien und Erfolgsfaktoren von nachhaltigem Wirtschaften ein Unternehmen zukunftsorientiert und krisenstark werden lassen.

Als Jugendliche wollte Antje von Dewitz „die Welt retten“, nach ihrem Studium eigentlich im Bereich Umweltschutz aktiv werden. Da wäre auch Greenpeace für die Diplom-Kulturwirtin eine Option gewesen, verriet sie in einem Interview in deutschen Medien. Aber das letzte ihrer Praktika habe sie im väterlichen Betrieb absolviert. Das habe ihr gezeigt, wo sie hingehöre. Sie erkannte, dass man auch in dieser Branche gestalten kann und begann damit, den Bergsport-Ausrüster in den „grünen Bereich“ zu bringen. Von Dewitz legt viel Wert auf nachhaltige Produktion und will weg von ölbasierten Kunstfasern. Wenn die Welt durch die Corona-pandemie auch aus den Fugen geraten ist – das Familienunternehmen Vaude profitiert jetzt von dem, was in der Vergangenheit aufgebaut worden ist.

Klare Strategie

Antje von Dewitz promovierte zwischen 2002 und 2005, arbeitete am Stiftungslehrstuhl Entrepreneurship an der Universität Hohenheim. Als sie ab 1998 erstmals bei Vaude beschäftigt war, baute sie den Bereich „Taschen und Reisegepäck“ auf. Ab 2005 zeichnete sie für das Marketing verantwortlich. 2009 hat sie die Vaude-Geschäftsführung von ihrem Vater Albrecht von Dewitz übernommen, der den Grundstein für die ökologische und soziale Verantwortung des Unternehmens legte.

Dr. Antje von Dewitz verfolgt von Anfang an eine konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmensstrategie. Allmählich richtete sie immer mehr Prozesse an Kriterien der Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit aus, eingeschlossen die gesamte Wertschöpfungskette, das heißt auch in der Logistik der Produkte und bei Zulieferen im Ausland. Viele Projekte im sozialen und ökologischen Bereich wurden umgesetzt.

Unternehmenskultur

Inzwischen hat sich Vaude längst einen Namen als mitarbeiterorientierter und familienfreundlicher Arbeitgeber erarbeitet. „Unsere Unternehmenskultur basiert auf Vertrauen und Transparenz. Wir investieren viel Energie in Beziehungsarbeit, wollen, dass Führungskräfte und Mitarbeiter auf Augenhöhe miteinander umgehen, damit jeder seine Erfahrung, sein Wissen und seine Sichtweise einbringen kann“, gibt von Dewitz Einblicke. Damit Beruf und Privatleben vereinbar sind, werden im Unternehmen unterschiedliche Teilzeitmodelle angeboten. Eine betriebseigene Kinderbetreuung existiert und viele individuelle Lösungen wurden entwickelt. Antje von Dewitz, selbst Mutter von vier Kindern, steht dafür, dass Frauen ihre Chancen erhalten. Sie und ihr Partner hatten sich ebenfalls nicht auf die klassische Rollenverteilung festgelegt. Teilzeit, Vollzeit,Teilzeit, Vollzeit - die Arbeitsmodelle wurden so gewählt, wie es gerade zu ihrer Familiensituation passte.

Krisenzeit meistern

Strukturen und Gegebenheiten wurden also geschaffen, die dem Bergsportausrüster in der Krisenzeit zugute kommen. Die Unternehmerin hatte von Anfang an den Fokus auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie beziehungsweise Privatleben gerichtet. „Wir legen ganz großen Wert auf Vertrauenskultur, auf ein gutes Miteinander, auf das Lösen von Konflikten schon im Anfangsstadium“, sagt die Vaude-Chefin über das „Innenleben“. Der routinierte Umgang mit Homeoffice, flexiblen Arbeitszeiten, Elternzeit und Wiedereinstieg half und hilft dem Familienbetrieb in Zeiten der Pandemie, auch wenn das Unternehmen hart getroffen wurde von Lockdown und verunsicherten Konsumenten.

Viele glauben nicht, dass ein Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sein und gleichzeitig soziale und ökologische Komponenten einbinden kann. Natürlich strebe auch Vaude den unternehmerischen Erfolg an, aber Mensch und Natur würden verbunden. Die Frage sei: Wie können die Mehrkosten aufgefangen werden, die durch die nachhaltige Produktion entstehen, ohne diese auf den Kunden abzuwälzen? Es funktioniere bei Vaude nur deshalb, weil ein systemischer Ansatz verfolgt werde. Die Mitarbeiter seien hochmotiviert, würden Verantwortung übernehmen. „In dieser Kultur, in der jeder seine Leistung optimal entfalten kann, gedeiht innovatives und kreatives Denken. Dadurch haben wir unsere Effizienz gesteigert. Ob Prozessoptimierung, Service oder neue Produkte – wir schaffen Innovationen und sind weit vorn. Inzwischen werden wir als Hoffnungsträger wahrgenommen, weil wir auch anderen Mut machen“, gab von Dewitz in einem Gespräch Auskunft über das Erfolgsgeheimnis. In der Wirtschaft läuft aus Sicht der Unternehmerin etwas ziemlich falsch: „Unternehmen sind zu einseitig auf Profit ausgerichtet und sollten danach besteuert werden, wie viel sie für das Gemeinwohl tun.“

Mut haben

Antje von Dewitz gibt ihr Wissen, ihre Erfahrungen gern weiter, um Mut zu machen, die Welt ein wenig zu verändern. So etwa in ihrem Buch „Mut steht uns gut!: Nachhaltig, menschlich, fair - mit Haltung zum Erfolg“. Ein Buch mit klugen Ideen, mit denen sich Führungskräfte etwas genauer beschäftigen sollten. Sehr deutlich zeigt von Dewitz darin auf, wie mit Weitsicht, Leidenschaft, Energie und Vertrauen in die Mitarbeitenden ein Unternehmen in eine nachhaltige Zukunft geführt wird. In eine Zukunft, die bei Vaude längst begonnen hat.

Antje von Dewitz sucht sich überzeugt weiter ihren Weg zu den Gipfeln – der Berge und der Wirtschaft. Schließlich stammt sie aus einer Familie, die sich stets abseits von ausgetretenen Pfaden bewegt hat. Ihr Vater Albrecht von Dewitz war Anfang der 1970er-Jahre zusammen mit seiner Frau, einer gebürtigen Bremerin, im Oberschwäbischen im Urlaub und fand Gefallen an der Gegend. Das Paar zog an den Bodensee. Der Vater gründete dort 1974 den Outdoor-Ausrüster Vaude und legte die ersten Spuren für nachhaltiges Wirtschaften. Der Unternehmesname leitet sich aus den Anfangsbuchstaben „V(au)“ und „D(e)“ seines Namens ab.

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