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„Die St. Gallen-Option birgt Unsicherheiten“

©VOL.AT/Hofmeister
Wann & Wo befragte Landesrat Dr. Christian Bernhard zum aktuellen Stand.

von Joachim Mangard/Wann & Wo

WANN & WO: Wie steht es um die Verhandlungen mit dem Ostschweizer Kinderspital? Wie haben die St. Galler auf die Anfrage reagiert?

LR Bernhard: Die Reaktion war positiv. Grundsätzlich könnten sich die Spitalsverantwortlichen in der Schweiz eine Therapie der Vorarlberger Patienten vorstellen.

WANN & WO: Privat-Versicherte wickeln die Chemotherapie für ihre Kinder bereits dort ab. Welche Hindernisse stehen für das Land im Raum, die Betroffenen in der Schweiz zu therapieren?

LR Bernhard: Es geht nicht um Hindernisse, sondern um grundsätzliche Überlegungen. Ein Ausscheren aus dem österreichischen Gesundheitswesen müsste wohl überlegt sein. In Österreich ist die uneingeschränkt beste und teuerste Behandlung nicht nur bei der medikamentösen onkologischen Behandlung, sondern auch bei den mit einem Tumor oftmals verbundenen Folgeoperationen gesichert. Die Option, medizinische Leistungen in St. Gallen in Anspruch zu nehmen, birgt eine Reihe von Unsicherheiten. Wir haben keinen Einfluss darauf, welche Qualitätsstandards dort angelegt werden und wie sich die dortigen Versorgungsstrukturen in Zukunft entwickeln. Schon gar keinen Einfluss haben wir darauf, dass österreichische Patienten mit derselben Priorität versorgt werden, wie Schweizer Patienten, insbesondere bei Engpässen. Wir können wohl Leistungen im Ausland einkaufen, haben aber keine Mitsprache- und Kontrollmöglichkeiten, wie die Qualität der Leistungen erzeugt und gesichert wird. Damit soll keineswegs die Behandlungsqualität in der Schweiz in Frage gestellt werden, trotzdem sind wir dort „nur“ Gäste bzw. Gastpatienten. Die Universitätsklinik in Innsbruck ist rechtlich verpflichtet, die Versorgungssicherheit für die in Vorarlberg erkrankten Kinder und Jugendlichen sicherzustellen. Eine Kooperation mit der Klinik St. Gallen wäre lediglich auf freiwilliger Basis möglich. Die österreichischen kinder­onkologischen Therapieergebnisse zählen europaweit zu den besten. Eltern wünschen und erwarten zu Recht die besten Experten für die Behandlung ihrer Kinder. Um diese hohe Qualität und Erfolgsbilanz auch zukünftig sicherzustellen, ist die Bündelung ärztlichen Wissens eine wichtige Voraussetzung und deshalb im österreichischen Gesundheitswesen unbedingt zu erhalten.

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