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Die Siedler: Runde Sieben

Es darf wieder gesiedelt werden - bis zum nächsten Internetausfall.
Es darf wieder gesiedelt werden - bis zum nächsten Internetausfall. ©Waibel
Seit einiger Zeit darf wieder gesiedelt werden: Deutschlands erfolgreichste Spieleserie geht in eine neue, mittlerweile siebte Runde. Mit an Bord: Kopierschutz extrem á la Ubisoft.
Die Siedler 7

Zur Zeit herrscht ja Eiszeit zwischen Ubisoft und einem großen Teil der bisherigen Kunden: Der restriktive Kopierschutz, der vor einiger Zeit eingeführt und trotz heftigster Kritik aus der ehrlichen Käuferschaft mehr und mehr verschärft wird, hat in seiner ursprünglichen Form auch in Teil sieben der beliebten Siedler-Reihe Einzug gefunden. Das hat Blue Byte nicht verdient.

Siedler 7 ist eigentlich ein grandioses Game: Kehren die knuffigen Kerle doch zu ihren Wurzeln zurück – dem Aufbau von Städten und Warenkreisläufen. Neu in Teil sieben: Hier herrscht der Spieler über ein ganzes Königreich. Ein Königreich, in dem forstgewirtschaftet wird, Minen ausgebeutet und Farmen betreut werden. In den urbanen Zentren verarbeiten geschickte Handwerker die Rohstoffe zur Verwendung im Warenkreislauf.

Optisch kehrt Siedler 7 gewissermaßen zu seinen Wurzeln zurück: Zwar ist die Optik an die Leistungsfähigkeit moderner Gamerechner angepasst, doch wirkt der Look bunt und comichaft – eine Hommage an die ersten, sehr beliebten Siedler-Titel. Die Optik der Schützlinge verändert sich je nach ihrem Gesellschaftsstand: Reiche Händler flanieren mit purpurfarbenen Mänteln und Schmuck durch die Straßen, Bauersleut beschränken sich auf robuste, zweckmäßige Stoffhosen und Westen.

Der Spielstil in Siedler 7 hebt sich von den letzten Prequels deutlich ab: Ging es in den Vorgängern immer darum, unliebsame Konkurrenten aus der Welt zu drängen, ökonomisch oder mit brachialeren Methoden, wartet Teil sieben nun mit einem interessanten Siegsystem auf: Hier entscheidet der Spieler, was er dafür tut, um zu gewinnen. Für besondere Erfolge in verschiedenen Kategorien vergibt Siedler 7 Siegpunkte. Dies hängt vom Errichten bestimmter Gebäude, dem Aufbau der größten Armee und vielen anderen Parametern ab, die das Spiel beurteilt und belohnt. So gleicht Siedler 7 in vielen Belangen einem spannenden Wettrennen mit seinen Widersachern. Vor allem, weil für alle Spieler sichtbar am Bildschirmrand eine Score-Liste eingeblendet wird.

Nebst Abbau von geeigneten Rohstoffen kommt auch in Siedler 7 der Forschung wieder eine große Rolle zu. Auch hier geht’s um die Wurst: Hat ein Spieler ein Upgrade erforscht, steht es Konkurrenten nicht mehr zur Verfügung. Da das Wissen in früheren Zeiten oft in Klosterbibliotheken konzentriert war, übernehmen die Rolle der Forschung in Siedler 7 die sprichwörtlichen Geistlichen. Diese wollen von der Mitarbeit in der hochgezogenen Siedlung überzeugt werden. Harte Münze muss dazu den Besitzer wechseln, den Preis bestimmt der Ausbildungsstand des Gottesdieners. Von diesem Stand abhängig sind auch die Ansprüche des Mönchs: Von einer Bibel und einem Schluck Bier hin zu einem wohlernährten Hochwürdigen, der Unmengen von Bier und Brot vertilgt und sich mit einer Bibel nicht mehr zufrieden gibt.

Zur Erreichung einer Fähigkeit muss der Spieler geistliche Ressourcen einsetzen: Eine Menge von Novizen, Brüdern und Priestern will investiert werden, um bestimmte Bereiche im Siegpunktediagramm zu erreichen. Die anderen Spieler sind natürlich auch nicht faul, so entsteht auch hier ein wahnwitziges Wettrennen um Fähigkeiten. Gemütlich siedeln ist anders.

Mit Siedler 7 heißt es also nicht unbedingt „back to the Roots“: Zwar erinnert der Grafikstil an den früherer Siedlerteile, doch das neue Spieltempo durch den Wettlauf um Ressourcen prägt den Gesamteindruck des neuen „Siedler“-Teils, den auch Designlegende Bruce Shelley beratend mitgeprägt hat.

Technisch weiß Siedler 7 zu überzeugen: Grafisch wirkt der Titel zwar knuddelig comichaft verspielt, doch weiß er auf ganzer Linie mit Effekten, Details und einer guten Bildrate zu überzeugen. Wenn, ja wenn da nicht das restriktive Kopierschutzsystem wäre. Ist das Internet nämlich nicht aktiv, beispielsweise am Laptop unterwegs, ist das Spielen auch nicht möglich. Zudem kann der Titel, einmal aktiviert, nicht mehr gebraucht weiterverkauft werden.

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