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Die Schönheit von Loulan

Mein Zauber hat mich verändert. Ich bin seit 5 Monaten zwei. Zu irgendeinem Zeitpunkt muss mirmir meinmein Aufenthaltsort Graustria , Voraarlbärg, Brechgenz samt Wichtigmachern, Plotikeriki, Kukos, Landhäuslern, Einkaufstor-birn mit verrapstem Einheitsstadtratz, verwesenden Ortsteilen derart auf den Geist gegangen sein, dass ichich es nichtnicht mehr aushielt, jeden Tag die Angeberei vorgekräht zu bekommen, dass dieses priviligierte Land, das die Infantilisierer Ländlä nennen, in allem die Nr. 1 sei, dass diese tüchtigen Vorbildlichen vor lauter Selbstlob und Integrationsübererfolgen mangels neuer Flüchtlinge bereits den Kühen ehrenamtlich das Alphabet beibringen und den Labg Deutsch. Soviel Streberei geht auf keine Kuhhaut. Mir wurde das zuviel, ich musste meine Haut retten, denn ich sah um mich herum mehrheitlich Abgewrackte, Spiesser, Makrameerikanerinnen, Einfaltspinsler, verwandte & verschwägerte Mächtelmöchtel, neureiche Geizkragen, Abzocker, Kriegsgewinnler, Hamsterer, Sprachbüchlefütterer, Kaktionäre u.a.miese.

Damit wir uns richtig verstehen, mein Zauber spaltete mich nicht wie den geteilten Visconte oder schuf aus mir Doppelgänger wie bei ETA Hoffmann, Schubert oder Stevenson, obwohl ich für Dr. Jekyl und Mr. Hyde Sympathien hegte. Ich zerplatzte auch nicht wie Wutbürger Rumpelstilzchen, nein. Ich wurde einfach zwei: zwei stattliche Männer, zwei Gäule, Noriker natürlich. Es fand also keine Spaltung des Ich statt, sondern eine Verdopplung des Ich in zwei vollkommen selbständige Personen, die in zauberischer Verbindung blieben. Lasst also eure Spritzen und Tabletten drin und rückt mir bloß nicht mit Psychotherapeuten an. Ich bin ich und bin nicht ich. Ich bin und ich bin auch.

Ich, der eine, der Baron, packte sofort seine Siebensachen und fuhr, wie mitkommende Leser wissen, stantepede mit der Transsibirischen nach Ürümqi. Ich der andere, sein Schreiber, floh hinter Andrees riesigen Handatlas, traf Marco Polo, Sven Hedin, Jules Verne, Aristide Bruant, Haldor Laxness und ließ mir von Adolf Hild die Funde der Eisenzeit in Bludenz auf dem Montikel zeigen. Indem ich zwei geworden war, halbierte ich mit einem Schlag das Gekrähe und Geplärr um mich herum. Manchmal spielte ich Schönbergs 6 kleine Klavierstücke. Der Baron erweiterte in Xinjiang den Horizont, zeigte unerhörte Eindrücke, nie gesehene Schönheiten und versteckte Ideen, die ich, der andere, Schreiber des Barons, notierte. Zuletzt kam eine Frau hinzu, die Schönheit von Loulan. Ich sehe sie jetzt täglich in Ürümqi, bewundere ihre Gestalt, ihr edlen Gesichtszüge, wie sie nur Nabukovs Lolita jemals gehabt haben konnte. Tschüssi.

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