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Die Revolution um eine Kegelbahn

©VMH/ Roland Paulitsch
Wer außergewöhnlich baut sorgt für Gesprächsstoff. Tina und Günther Begle brachten mit ihrem Einfamilienhaus die Gerüchteküche in Lochau zum Brodeln.
Harrison Ford als Farbberater

Unzählige Male spulte Elisabeth Majhenic das Video zurück. Konzentrierte sich. Spulte wieder zurück. Kniff die Augen zusammen und spulte noch einmal zurück. Jedoch nicht, weil sie so besonders angetan von Harrison Ford war. Zwar muss man zugeben, dass gerade in Mosquito Coast die Optik des beliebten Actionstars nicht zu verachten ist. Doch weit mehr interessierte sich die 49-Jährige für die Kulisse. Genauer gesagt für die Farben am Drehort.
Das Haus als Handlungszenerie zeigte sich nämlich ganz schön bunt. Mutig, ja fast kühn, aber wunderbar gemütlich. Die Leiterin des Institutes für klassische Homöopathie in Lindau war fasziniert. Denn schon von Berufs wegen spielen Farben im Leben der Homöopathin eine große Rolle.

Wandgestaltung nach Kochrezept

Und obwohl wohl jeder entsetzt dieselbe Frage stellte: – Was du willst deine Wohnung farbig streichen? – ließ sich die Rankweilerin nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Zwar liest sich die Auswahl mehr wie eine Kochrezeptliste für : Biscuits, Cream, Citron . . . Zubereitung und angerichtet enspricht das Ergebnis jedoch den Vorstellungen: Ein tolles Heim, in dem Elisabeth Majhenic schöpferisch sein und die Kraft tanken kann.
„Wohnen bedeutet für mich Geborgenheit“, erklärt sie, „dabei spielen auch meine Mutter und Franz eine ganz wichtige Rolle.“ Die beiden wohnen ebenfalls in der familiären Hausgemeinschaft. Die Mutter im ersten Obergschoss. Franz noch ein Stockwerk höher. Apropos Mutter: sie hatte zum Charakter des Hauses einen wesentlichen Beitrag geleistet. Sie stammt nämlich aus Brixen und äußerte, als das Thema Umbau im Raum stand, den Wunsch nach ausstellbaren Fensterläden. Damit waren die Weichen für eine mediterrane Stilrichtung gestellt. Majhenic blätterte in Landhausbüchern, ja sie fuhr sorgar mit Architektin Beate Nadler-Kopf nach Italien, um Häuser anzuschauen und zu fotografi eren. „Der Wunsch meiner Mutter zog einen Rattenschwanz nach sich“, lachen die beiden über ihre eigentümliche Art einen Umbau anzugehen.

Zu den ausgestellten Fensterläden brauchte es nämlich auch passende Sprossenfenster. Und natürlich müssen die Innentüren wiederum zu den Fenstern passen und, und, und. Ein weiterer großer Brocken stellte die Ausrichtung das Hauses dar. Das Grundstück liegt direkt an der Bahntrasse. Der Garten grenzt an die Lärmschutzwand. Die Terrasse lag in Blickrichtung Gleise. Die Architektin entschloss sich daher zu einer radikalen Drehung. Der Zubau im Erdgeschoss erfolgt deshalb entgegengesetzt zur Bahnlinie in Richtung Wald. Darüber befi ndet sich nun die neue Terrasse der Mutter.
Auch beim Zubau wählte die Heilpraktikerin nicht den üblichen Weg. „Ich hatte nämlich Möbel, die ich über eine Zeit von 15 Jahren gesammelt hatte und sollten auch in der neuen Wohnung ihren Platz bekommen“, erzählt sie. Also mussten Mauerlängen und Durchgänge an die Interieurmaße angepasst werden. Elisabeth Majhenic schätzt die Kontinuität. „Was ich besitze, besitze ich lange“, ist sie ehrlich. So befi nden sich noch Stücke aus der Innsbrucker Studienzeit. „Was ich damals vom Sperrmüll mitgenommen habe, tut heute noch gute Dienste“, lacht sie. Es ist eben die Mischung, die den Charme ausmacht.

DATEN & FAKTEN

Elisabeth Majhenic mit Mutter Josefine Majhenic und Franz Gaube,

Mehrfamilienhaus in Rankweil

Baujahr: 60er-Jahre

Umbau und Renovierung: 2004

Dauer des Umbaus: 1 Jahr

Architekt: Beate Nadler-Kopf

Wohnfläche: 220 m2 gesamt (Wohnung im Erdgeschoss 100 m2, erstes Obergeschoss 60 m2 und zweites Obergeschoss 60 m2)

Energie: Gasheizung

Konstruktion: Das Haus liegt direkt an der Bahntrasse. Im Zuge des Umbaus wurde die Ausrichtung daher komplett gedreht. Der Anbau erfolgte auf der gegenüberliegende Seite zur ÖBB. Außerdem wurde die Fassade gedämmt und die Fenster erneuert.

Donnerstag, 17. Juni, 20 Uhr, “Vom Innenleben erzählen – Zeitzeugen im Gespräch”, Egg Museum. In Zusammenarbeit mit dem Bregenzerwald Archiv. Infos unter: www.innenlebenvorarlberg.at oder www.eggmuseum.at

 

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