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Die Rückkehr des Tiberiums: CnC III

Kane ist zurück! Krieg ums Tiberium.
Kane ist zurück! Krieg ums Tiberium. ©Waibel
Ich zähle mich zu den treuesten Fans der Command and Conquer Serie. Seit der Übernahme durch EA hat die Franchise leider nur enttäuscht. Bis jetzt… 

Ich habe zutiefst getrauert, als ich von der Auflösung der Westwood Studios gehört habe. Zwar war ich kein Fan der Serie von Anfang an, kann mit dem ersten Teil plus Addon genau genommen nichts anfangen. Aber ich bin der Meinung, mit der abgedrehten Story rings um Tiberium und einen abgedrehten Sektierers in der Person von Kane haben die Mannen von Westwood eine Ikone der Computerspielgeschichte abgeliefert. Auch die beiden „Alarmstufe Rot“ Addons mit dem überzeichneten Konflikt zwischen Ost und West habe ich hunderte von Stunden gezockt. Mit dem aktuellen Teil Tiberum Wars kehren die nach Los Angeles zu EA Pacific gewechselten ehemaligen Westwood Leute zu den Wurzeln der Serie zurück, und das mit großem Erfolg.

Der totgeglaubte Kane ist zurück: Und mit ihm die Fanatiker, die entgegen der Ansicht der zivilisierten Welt Tiberium als Geschenk Gottes sehen und damit die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Der allzu leichtsinnige Umgang mit der ursprünglich aus den Weiten des Alls stammenden Substanz ruft im Verlauf der Storyline überraschenderweise eine dritte, neue Fraktion auf den Plan, die sicher auch noch Stoff für eine Erweiterung liefern wird.

Die Story wird als Hommage an die Anfänge der Trilogie in herrlich trashigen Videosequenzen in prominenter Besetzung vorangetrieben. In punkto C-Promi Staraufgebot hat man sich nicht lumpen lassen: In kurzen Videobriefings werden wichtige Missionsziele erklärt.  

Treue Anhänger der Serie werden jubeln: Command and Conquer 3 spielt sich wie zu den Anfängen, nur mit wesentlich besserer Grafik, für die aber schon ein entsprechend motorisierter Rechner vonnöten ist. Wie in den Vorgänger-Teilen spielt man mit beiden Fraktionen ein und dieselbe Kampagne durch. Man erlebt viele der Missionen meist einfach stur aus einem anderen Blickwinkel. Wer eine Seite durchgespielt hat, wird in der Kampagne der Gegenseite nicht großartig überrascht. Auch die verwendeten Karten sind die gleichen.

Etwa 34 Missionen in insgesamt fünf Akten gilt es auf beiden Seiten zu bewältigen, bis der Abspann über den Bildschirm läuft. Die ersten Aufträge führen in die blauen Zonen der USA, wo man strategisch wichtige Objekte wie das Pentagon erobern (bzw. beschützen) muss. Im vierten Akt die große Überraschung – alles gerät außer Kontrolle, die dritte Partei mischt sich in die Konflikte ein. Nur soviel: Die Überraschung ist gelungen und bringt eine Menge Sci-Fi Flair in das Game. Wer sich durch die Storyline von NOD und GDI gekämpft hat, wird durch das Freischalten der neuen Fraktion für leider nur vier Einsätze belohnt. Das schreit nach Fortsetzung! – Aber von EA kann man das Geldverdienen eben lernen ;) 

Das Missionsdesign ist abwechslungsreich und gelungen: Neben dem gewohnten “Baue Basis X und überrenne dann Gegner Y-Modus darf man auch schon mal einen Konvoi eskortieren oder einen wichtigen Stützpunkt für drei Minuten verteidigen. Trotz vor der Mission wählbarem Schwierigkeitsgrad könnten Genusszocker selbst auf „leicht“ zuweilen fast verzweifeln. Viele andere Einsätze spielen sich fast zu leicht, da wäre ein wenig mehr Feintuning vonnöten gewesen. Aber wer weiß? Vielleicht ist gerade auch dieses „Feature“ wie auch der nach wie vor strunzdumme Sammler eine Hommage der Entwickler an die Wurzeln der CnC-Serie.

Wenns zur Sache geht, geht’s übrigens zur Sache: Command and Conquer Tiberium Wars brennt ein Effektgewitter ab, das selbst gut motorisierte Systeme auf hohen Einstellungen ins Schwitzen bringt. Dabei läuft das Geschehen auf einem guten System vollkommen flüssig ab, mit Rucklern müssen lediglich schwache Systeme leben. Eigner von älteren Systemen haben eine kostengünstige Alternative zum Aufrüsten des Rechners: Eine Xbox 360 bekommt man bereits ab 300 Euro, auf dieser läuft Tiberum Wars ansehnlich und weitestgehend flüssig, wobei ich die PC Version vorziehe. Denn obwohl die Steuerung von EA Pacific sehr gut aufs 360er Pad portiert wurde – Echtzeitstrategie und Shooter steuern sich eben halt immer noch mit Maus und Tastatur am intuitivsten. Mit dem Pad können wertvolle Sekunden verloren gehen, was besonders in brenzligen Missionen über Gedeih und Verderb entscheiden kann.

Wer die Storyline durch hat, und Lust auf mehr, kann sich entweder in Gefechten gegen die KI oder menschliche Gegner und Mitstreiter im Netzwerk oder Online messen. Das Balancing ist aber nach wie vor wenig ernsthaft: Die berühmten Tank-Rushes mit hochgetechten Mammutpanzern funktionieren noch immer. Da muss noch mit Patches nachgebessert werden. 

 

Fazit:

Tiberium Wars spielt sich wie das äußerst gelungene Remake der ersten Teile der Command and Conquer Reihe mit einigen Neuheiten und Überraschungen – und das ist gut so. Veteranen wie ich bekommen feuchte Augen, Neueinsteiger werden mit dem coolsten und fetzigsten Setting voller Selbstironie belohnt, das es im Sektor Echtzeitstrategie gibt. Die Grafik sucht ihresgleichen im Genre, sofern man eine entsprechend motorisierte Maschine unter dem Schreibtisch stehen hat. Tiberium Wars ist Popcorn für die Seele, Unterhaltung vom Feinsten, lediglich Strategiepuristen dürften ob des unausgegorenen Balancings die Nase rümpfen. Klare Kaufempfehlung aus ganzem Herzen!

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