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Die mit den Eseln spricht..

Renate Burda mit ihren Eseldamen.
Renate Burda mit ihren Eseldamen. ©Daniela Lais
Renate Burda mit Carmen, Bruni und Blässle

Die Harderin Renate Burda setzt sich für artgerechte Eselhaltung ein.

Hard/Gaißau. Wenn Renate Burda gefragt wird, ob Esel wie dem Sprichwort nach wirklich so stur sind, dann winkt sie schmunzelnd ab und erklärt: “Sagen wir, der Esel hat einen eigenen Kopf, stur ist immer so negativ behaftet.” Und wer könnte das besser wissen, als Renate Burda. Die 48jährige Harderin hat sich ganz ihren Eseln verschrieben. Schon seit vielen Jahren interessiert sich Burda für Esel, vor fünf Jahren hat sie ihre Eseldamen Carmen, Bruni und Blässle kennen und lieben gelernt. “Die drei waren damals ins keinem guten Zustand, vor allem Blässle hatte eine schwere Huferkrankung”, erklärt Burda, während sie auf die Schutzschuhe der zehnjährigen Eseldame Blässle zeigt.

Falsche Information

Blässle ging es wie so vielen Eseln. Eine falsche Haltung, Unwissenheit und Fehlinformationen der Halter führten zu Hufrehen. Dann vor vier Jahren übernahm Renate Burda die Tiere, besuchte viele Tierärzte, bis zwei Deutsche Huforthopädinnen schließlich helfen konnten. “Viele Tierärzte rieten mir zum Einschläfern, heute ist Blässle fast völlig gesund”, erklärt Burda. Seitdem will die Harderin alles unternehmen, die Eselhalter im Land aufzuklären, wie die sensiblen Tiere richtig gehalten werden. In ihrer kleinen “Eselfarm” im Gaißauer Ried leben die Tiere so natürlich wie möglich. Ein karger Boden, keine grüne Wiese, denn zu viel Gras ist für die Dauerfresser schädlich. Als Hauptfutter wird eine Mischung aus spät geschnittenem, magerem Heu, Stroh und Streue angeboten. Karotten oder Äpfel gibt es nur in Maßen, altes Gras ist eine Ausnahme. Weidenzweige, vor allem aber Birkenäste sind beliebt und dürfen regelmäßig auf dem Futterplan stehen, vor allem für die Zähne. Doch genauso wichtig wie artgerechte Fütterung, ist eine artgerechte Haltung. Ein zweiter Esel muss immer sein, ohne ebenbürtiges Partnertier wird ein Esel nicht glücklich.

Nicht in den Süden zeigen

Auf die Situation der Esel in südlichen Ländern angesprochen senkt Burda, die auch als Tierkommunikatorin arbeitet, ihre Stimme: “In diesen Ländern hat man leider eine ganz andere Einstellung zum Tier. Vor allem etwa in Griechenland, werden Esel als Arbeitstiere regelrecht geschunden.” “Allerdings”, merkt Burda an, “sollte man nicht nur mit dem Finger gen Süden zeigen. Die Eselhaltung ist im eigenen Land oft auch mehr schlecht als recht”. Von ihren schlimmen Erlebnissen als Kontrolleurin der Eselnothilfe berichtet sie dann und wie wichtig es ist, schon den Kindern zu erklären, wie man mit diesen feinfühligen Tieren umgeht. Darum veranstaltet sie Eseldates, in denen die Kinder die Tiere näher kennen lernen können, aber auch allerlei Wissenswertes erfahren. Auch zusammen mit der Volksschule Gaißau wird es diese und nächste Woche ein Projekt geben, in dem die Schulklassen Carmen, Bruni und Blässle hautnah erleben und erfahren, wie man es richtig macht, damit sich die Esel wohl fühlen. Die Tiere können nämlich bis zu vierzig Jahre alt werden, da muss alles passen, für ein langes, glückliches Eselleben. LAI

Info: Weitere Informationen zu Renate Burda, den Eseldates, der Tierkommunikation und den drei Eseldamen Carmen, Bruni und Blässle unter http://www.burdarenate.at/

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