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Die Hoppalas 2003

Kleine Fehler und Sünden, fatale Irrtümer oder zu heftiger Zuspruch zu Genuss- und Suchtmitteln - geneigte Leser wissen es längst: Zeit für den Jahresrückblick der etwas anderen Art.

Im einschlägigen Material des abgelaufenen Jahres fanden sich vor allem viele Menschen, die ihre meist unfreiwillige Komik aus dem Einfluss alkoholischer Getränke bezogen. Wie immer musste der sonst von Katastrophen und Kriminalität geplagte Chronikredakteur diesen und allen anderen Vorkommenden zu Dank verpflichtet sein – sie machten den Job definitiv amüsanter.

Trunkenbold des Jahres war wohl ein Vorarlberger aus Hörbranz:

Nicht nur, weil er von seinem Motorrad fiel. Die Polizei von Lindau in Deutschland traf so auf einen alten Bekannten: Der 31-Jährige war in zwei Wochen insgesamt vier Mal ins Netz der deutschen Exekutive gegangen. Drei Mal war er mit seinem Wagen und jeweils zwischen 1,3 und 3,17 Promille erwischt worden. Nachdem ihm das Auto abgenommen worden war, sattelte er auf das Motorrad um – diesmal mit 2,6 Promille. Getrunken hatte auch eine britische Nonne, die hinter dem Steuer saß: Der Lohn war die gar weltliche Strafe von einem Jahr Führerscheinentzug und knapp 300 Euro Geldstrafe. In Deutschland tankte ein Mann bleifreies Benzin – 0,14 Liter in seinen Mund. Zur Ausnüchterung kam er in ein Krankenhaus, zuvor hatte er nämlich auch Bleihaltiges konsumiert. „Wirklich nur 20 Pils” hatte ein Deutscher in Essen getrunken, als er aufgehalten wurde.

Unbekannt blieb hingegen, was einer Radarfalle in Belgien „eingeflößt” wurde: Sie blitzte eine 66-jährige Belgierin mit Tempo 967. Vergleichsweise zivile 120 Sachen hatte ein Traktor in Frankreich drauf, als er von einem Radargerät geblitzt wurde. Lediglich verwirrt – aber definitiv nüchtern – war ein Römer, der mit seinem Wagen die Spanische Treppe hinunter holperte. Zahlreiche Umleitungen raubten dem Lenker die Nerven und die Übersicht.

Doch nicht nur Verkehrssünder hatten im abgelaufenen Jahr mit der Polizei zu tun – auch in der Rubrik „Dümmer als …” bzw. „Dumm gelaufen” fand sich manch Berichtenswertes: In Israel wurde ein Exekutivbeamter für einen Stripper gehalten, den eine Damenrunde bestellt hatte. Die Frauen rissen ihm die Kleider vom Leib, erst ein Kollege klärte den Irrtum auf.

Doch es gab auch „richtige” Kriminelle, die wie Profis auftraten und sich nur ein bisschen dumm anstellten. Den Award für den dümmsten Bankräuber des Jahres gewann wohl ein Spanier, der sich die Beute auf sein Konto buchen ließ. Die Polizei hatte wenig Mühe bei den Ermittlungen. Auch nicht schlecht: In Köln bot zum Beispiel ein Hehler sein Diebsgut – 158 Kisten alkoholfreier (!) Getränke – ausgerechnet dem Bestohlenen an, der Rest war für die Exekutive ebenfalls Routinesache. Nicht wirklich schwer machte es auch ein Handtaschendieb der Exekutive in Nordrhein-Westfalen. Er meldete sich, als das soeben gestohlene Handy läutete und vereinbarte mit seinem Opfer ein Treffen, zu dem er auch prompt erschien. Kaum zu glauben, dass die Polizei auch dort war und ihn festnahm.

Selbe Kategorie, anderer Ort: In Kassel ging ein Mann zur Polizei, weil er sich von den Beamten verfolgt fühlte. Bei dem Besuch fand die Exekutive in seinem Ohr Heroin. Erfolglos blieb auch ein Dieb in Zentralrussland, der nach der Entwendung eines Fernsehgeräts sich in dem betreffenden Geschäft beschwerte, dass es keinen Garantieschein gab. Die Bestohlenen luden ihn ein, sich den Schein abzuholen, was er auch tat. Wieder klickten die Handschellen.

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