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Die größte Flüchtlingskatastrophe

Zwei Millionen Flüchtlinge in zwölf Tagen: Es werden noch mehr.

Das hat Europa noch nie gesehen. In nur zwölf Tagen Krieg sind über zwei Millionen Menschen aus der Ukraine geflüchtet. Migrationsforscher Gerald Knaus spricht von der größten Flüchtlingskatastrophe in Europa seit dem zweiten Weltkrieg. Der Vorsitzende der Europäischen Stabilitätsinitiative ESI rechnet damit, dass es insgesamt bis zu zehn Millionen werden - also ein Viertel der Ukrainerinnen und Ukrainer.

Video: Knaus über Putin

Warum es so viele sind? „Die Leute können nur in Richtung Westen flüchten. Da gibt es keine Alternative“, sagt Knaus bei Vorarlberg LIVE. Außerdem dürften die Ukrainer visafrei in die EU einreisen. „Zum Glück hat die EU auch einen Gesetzesrahmen angenommen, der besagt, dass alle Menschen, die in der Ukraine einen Aufenthaltsstatus haben, ein Jahr in der EU bleiben können.“ Sie könnten gleich arbeiten und die Kinder in die Schulen. „Das ist eine Reaktion, die der historischen Situation angemessen ist.“ Warum so viele flüchten, liegt dem Migrationsforscher zufolge auch an der Kriegsführung des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er bombardiere Wohnbezirke, zerstöre Infrastruktur, greife Spitäler an. Genau so sei Putin in Tschetschenien vorgegangen, wo ein Viertel der Tschetschenen vertrieben wurde, nennt Knaus ein Beispiel.

Video: Knaus über die Vorbereitungen der EU

Dass die Ukrainer kommen, um zu bleiben, glaubt er nicht. „Sie lassen ja die Hälfte zurück, nämlich die Männer, die in der Ukraine bleiben, um zu kämpfen.“ 

Video: Knaus über die Hilfe für Flüchtlinge

Ein Augenmerk sollte man laut Knaus auch auf die Menschen in Russland legen: Dort wurden die Repressionen gegen unabhängige Medien und die Zivilgesellschaft drastisch erhöht: „Es wird düster für jeden Kritiker.“ Den russischen Flüchtlingen, die sich vor Verfolgung und Repressionen fürchten, müsse der Westen helfen.

Video: Knaus über Flüchtlingsaufnahme

Video: Knaus über Widerstand

Video: Knaus über den Westbalkan

Neben Gerald Knaus waren auch Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher und Bettina Steindl, Geschäftsführerin der CampusVäre, zu Gast in "Vorarlberg LIVE".

Die gesamte Sendung

(VN)

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