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Die Geschichte der spanischen Separatisten

Das spanische Parlament hat am Montagabend mit großer Mehrheit für ein endgültiges Verbot der baskischen Separatistenpartei Batasuna gestimmt.

Die in ihrer heutigen Form im Jahr 2001 gegründete Partei gilt als der politische Arm der Untergrundorganisation ETA, die mit zahlreichen Anschlägen seit mehr als drei Jahrzehnten einen blutigen Kampf für die Unabhängigkeit des Baskenlandes führt.

Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der baskischen Unabhängigkeitsbewegung:


  • 1876:
    Nach dem Bürgerkrieg von 1873 bis 1876 verliert das Baskenland erstmals seit Gründung des spanischen Königreichs im 15. Jahrhundert seine Unabhängigkeit und wird ins Reich eingegliedert. Auch die traditionellen baskischen Sonderrechte („Fueros“) werden größtenteils abgeschafft. Als Reaktion bildet sich eine baskische Unabhängigkeitsbewegung.
  • 1895: Die baskische Nationalpartei PNV wird gegründet.
  • 1936: Noch während des Spanischen Bürgerkriegs (1933-1936) schafft die republikanische Regierung einen autonomen Baskenstaat. Nach dem Sieg der Nationalisten unter General Francisco Franco wird dieser jedoch wieder aufgelöst.
  • 1959: Gründung der Untergrundorganisation ETA.
  • 1968: Die ETA verübt ihren ersten tödlichen Anschlag und erschießt im baskischen Ort Villabona einen Polizisten der Guardia Civil. In den 70er Jahren erfahren baskische Parteien und Unabhängigkeitsbewegungen enormen Zulauf. Es kommt zu zahlreichen Anschlägen.
  • 1975: Am 20. November stirbt Franco.
  • 1977: Die Regierung spricht für politische Häftlinge eine Generalamnestie aus. Darunter sind auch ETA-Mitglieder.
  • 1978: Gründung von Herri Batasuna (Volkseinheit), der Vorläufer-Partei der Batasuna.
  • 1979: Die spanische Regierung gewährt dem Baskenland einen eingeschränkten Autonomiestatus. Bei der ersten Parlamentswahl im Jahr darauf gewinnt die gemäßigte christlich-demokratische PNV. Die Beziehungen zwischen dem Baskenland und der Regierung in Madrid bessern sich im Laufe der 80er Jahre deutlich. Die ETA setzt ihren bewaffneten Kampf dennoch fort.
  • 1989: In der algerischen Hauptstadt Algier scheitern Verhandlungen zwischen ETA-Vertretern und der spanischen Regierung.
  • 1997: Die Entführung und Ermordung des konservativen Parlamentsabgeordneten Miguel Angel Blanco empört die spanische Bevölkerung. Hunderttausende demonstrieren gegen die Gewalt der ETA.
  • 2001: Bei den Regionalwahlen fährt die ETA-nahe Herri Batasuna ihr schlechtestes Ergebnis in 20 Jahren ein. Sie verliert die Hälfte ihrer Abgeordnetensitze.
  • 29. Juni 2002: Das von der Regierung von José Maróa Aznar eingebrachte Gesetz zur Ermöglichung des Verbots der Batasuna-Partei tritt in Kraft.

  • 26. August 2002: Die spanische Justiz verbietet der Batasuna für drei Jahre jegliche Aktivitäten und befiehlt die Schließung ihrer Parteizentralen. Das Parlament stimmt für ein endgültiges Verbot der Separatisten-Partei.
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