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Die deutsche Wirtschaft wächst losgelöst von der Krise

Noch sitzt den Verbrauchern das Geld relativ locker.
Noch sitzt den Verbrauchern das Geld relativ locker. ©ap
Die deutsche Wirtschaft scheint noch unbeschwert. Trotz der Krise vor der Haustür wächst Europas größte Volkswirtschaft munter weiter. Vor allem kauflustige Verbraucher sorgen für Schub. Die aktuellen Zahlen belegen zugleich: Europa driftet wirtschaftlich immer stärker auseinander. Allerdings sind sich Ökonomen einig: Der Gegenwind wird auch für Deutschland schärfer.

Noch sitzt den Verbrauchern in Deutschland das Geld relativ locker. Investiert wird nach Angaben von Konsumforschern in Autos, Unterhaltungselektronik oder die Renovierung der eigenen vier Wände.

Umsatzsteigerung im Einzelhandel, Rekorde am Automarkt

Im Einzelhandel klingelten zuletzt kräftig die Kassen. In den ersten neun Monaten kletterte der Umsatz über die Marke von 300 Mrd. Euro, für das Gesamtjahr peilt der Branchenverband HDE den Rekordwert von 413 Mrd. Euro an.

Der deutsche Automarkt verlor im Oktober zwar deutlich an Tempo, bleibt aber in diesem Jahr ungeachtet aller Krisen auf Rekordkurs. Von Jänner bis Ende Oktober 2011 lag der Pkw-Markt mit 2,66 Millionen Neuzulassungen 9,8 Prozent im Plus.

Finanzkrise ist kein Anreiz zum sparen

“Das Vertrauen in die Finanzmärkte ist erschüttert, die Zinsen sind extrem niedrig: Der Anreiz, Geld auf die hohe Kante zu legen, ist derzeit nicht besonders groß”, erklärt Rolf Bürkl, Konsumexperte der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Dazu kämen die günstigen Rahmenbedingungen im Inland, führt Bürkl aus: “Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist relativ gering, das stützt den Konsum, weil die Menschen langfristiger planen können.” Seit Monaten liegt die Zahl der Arbeitslosen unter der kritischen Drei-Millionen-Marke. Der September brachte mit 2,796 Millionen Erwerbslosen den niedrigsten September-Wert seit 20 Jahren, im Oktober registrierte die Arbeitsagentur 2,737 Millionen Arbeitslose.

Konsum stützt Wirtschaftswachstum

“Solange der Arbeitsmarkt in einem positiven Fahrwasser ist, wird der Konsum das Wachstum stützen”, sagt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. Auch die Einkommen entwickelten sich nach den letzten vorliegenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes zuletzt nach oben. “Noch ist die Krise nicht im Portemonnaie angekommen”, sagt Heise. “Bislang haben die deutschen Konsumenten noch keine Rechnung zur Euro-Rettung bezahlt.”

Im Gegenteil: Die Krise wirke sich auch positiv für Deutschland aus, meint Heise: Das extrem niedrige Zinsniveau mit Leitzinsen von aktuell 1,25 Prozent sorge für extrem niedrige Hypothekenzinsen. Zudem begünstige eine relativ schwache Währung die exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Wirtschaftswachstum von Exporten abhängig

Doch gerade die Abhängigkeit vom Export sehen Fachleute mit Sorge. “Die von der Staatsschuldenkrise ausgehende Unsicherheit legt sich zunehmend wie Mehltau auf die Konjunktur”, prognostiziert Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Nach einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent im dritten Quartal erwarten viele Ökonomen für das vierte Quartal dieses Jahres einen Dämpfer.

Dafür spricht nach Krämers Einschätzung auch ein Sonderfaktor: Viele deutsche Autohersteller hätten im Sommer anders als üblich durcharbeiten lassen. Deshalb sei die Autoproduktion im dritten Quartal zum zweiten Quartal ungewöhnlich kräftig um acht Prozent gestiegen. Das habe das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Quartal um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte erhöht.

Nachfrage nach deutschen Produkten könnte nachlassen

Auf Dauer, da sind sich Ökonomen einig, wird sich die exportorientierte deutsche Wirtschaft nicht von der Krise ihrer Nachbarn abkoppeln können. Die EU-Staaten sind die wichtigsten Absatzmärkte für Waren “Made in Germany”, allein in die Euro-Staaten gehen gut 40 Prozent der deutschen Exporte.

“Im Winterhalbjahr könnte die Nachfrage nach deutschen Produkten – auch aus den Ländern außerhalb des Euroraums – einen herben Dämpfer bekommen”, warnt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW/Berlin). Und auch die Konsumenten könnten ihre Kauflust verlieren, wenn die Krise letztlich doch vor ihrer Haustür landet. “Wenn die europäische Schuldenkrise weiter eskaliert, dürften Unternehmen und Konsumenten auf Nummer sicher gehen und Anschaffungen aufschieben”, schreibt Andreas Rees von der UniCredit.

(APA)

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