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"Die Aufgaben sind lebensnah"

Dr. Alfons Bechter weiß um den Wert der Bildung. Nicht so sehr deswegen, weil er 25 Jahre lang Direktor am BG Blumenstraße in Bregenz war.

Es sind viel mehr die Erinnerungen an seine Jugend, die den gebürtigen Hittisauer diesbezüglich bewegen. „Ich stamme aus einer Landwirtsfamilie. Wir waren sechs Kinder. Ich durfte als einziges in eine höhere Schule und studieren.“ Der heute 66-Jährige ging seinen Weg konsequent. Lehramtsstudium der Fächer Mathematik und Physik, erste Lehrpraxis in Innsbruck, zwei Jahre als Fullbright-Student in Michigan (USA). Dass er es später in Bregenz einmal zum AHS-Schulleiter bringen würde, entsprach nur der Logik einer erfolgreichen pädagogischen Laufbahn.

Nicht nur Schule

Und jetzt ist der pensionierte Direktor Siegi Stemers “ Mann für PISA“ . “ Es hat mich schon sehr gefreut, als mich der Schullandesrat fragte, ob ich diese Aufgabe übernehmen würde. Ich tat es wirklich gerne.“ Bechter sieht sich in Sachen PISA nur in zweiter Linie als Organisator. “ Viel wichtiger ist es doch, die

Lehren aus dem letzten PISAErgebnis zu ziehen und für die Zukunft hoffentlich erfolgreiche Maßnahmen zu setzen“ , definiert der 66-Jährige seine Hauptaufgabe. PISA sei keine rein schulische Herausforderung. “ Sondern vor allem eine gesellschaftliche.“ 20 Prozent aller Schulkinder würden nicht mehr sinnerfassend lesen können. “ Das macht sie in der modernen Wirtschaftswelt chancenlos“ , bemerkt der erfahrene Pädagoge.

Respekt vor PISA

Man müsse dort den Hebel ansetzen, “ wo unsere Gesellschaft auseinander geht. Wo sich Kinder in eine Richtung begeben, die sie chancenlos macht. Wir müssen das Bewusstsein für Bildung, für das Erlernen der Sprache schärfen. Das kann nur durch frühe Förderung passieren“ , erklärt Bechter sein Credo. Die PISATests hat der Experte schon längst als lebensnahe Aufgaben identifiziert. “ Und auch wenn manche die Art der Aufgabenstellungen nicht wirklich akzeptieren. Sie sind nun mal internationaler Standard. Dem können wir uns nicht entziehen.“

Langzeitaufgabe

Alfons Bechter sieht den Job des PISA-Koordinators trotz seiner 66 Jahre nicht als Kurzzeitbeschäftigung an. Er will in Sachen internationaler Bildungsvergleich auch im Hinblick auf die nächste Testreihe im Jahre 2009 tätig sein. “ Ich bin fasziniert von dieser Aufgabe“ , lächelt der Wahlbregenzer, der den Wälder Dialekt nur selten durchklingen lässt. Und sich dennoch nie von seinen Wurzeln entfernt hat. “ In Hittisau wurde ich gebeten, an einem Heimatbuch mitzuarbeiten. Auch diese Aufgabe empfinde ich sehr reizvoll.“ Doch derzeit gehört Bechters Kraft voll und ganz den PISAPrüfungen. Deren Verlauf er mit der gespannten Ruhe des geeichten Mathematikers entgegensieht.

ZUR PERSON

Dr. Alfons Bechter

  • PISA-Koordinator Vorarlberg
  • Geboren: 25. 2. 1940
  • Wohnhaft: Bregenz
  • Familienstand: Verheiratet, 3 Kinder, 1 Enkel Erlernter
  • Beruf: AHS-Lehrer
  • Hobbys: Wandern, Gartenarbeit
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