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Die Angst geht um

Bereits seit 1965 erscheint die Wolfurter Faschingszeitung „Fürbat“.

Wenn sich das Redaktionsteam der Wolfurter „d´Hafoloabar Fürbat” im zweiten Stock des Werbeateliers von „Möbe” Gerold Mohr von Freitag bis Sonntag zurückzieht, ist über so manche Wolfurterinnen und Wolfurter bereits der Stab gebrochen. Spott, Spaß und Sprüche von und über die Mitbürger verarbeiten „Möbe” und die fünf Läbbe „Bertel”, „Fred”, „Wiff”, „Elke” und „Charls” in der jährlich am Mittwoch vor dem Gumpigen Donnerstag erscheinenden Fasnatzeitung.

Allerlei Reaktionen

„Manche sind beleidigt, wenn sie nicht vorkommen, andere sind beleidigt, weil sie vorkommen”, beschreibt Gerold Mohr die Resonanz. Seit 30 Jahren arbeitet Mohr nun schon an der Zeitung. „Unser Redaktionsgeheimnis ist noch besser gehütet als das Beichtgeheimnis”, erklärt Mohr. Niemals wird der Zuträger eines Beitrages oder eines Gerüchtes preisgegeben. Es gibt keine Zensur, obwohl die Gemeindepolitiker früher manchmal neugierig waren, ob und wie sie in der „Fürbat” vorkommen, erinnert sich Mohr. Wichtigste „Waffe” der „Fürbat” ist eine kleine Schuhschachtel mit Einwurfschlitz. Immer wenn Gerold Mohr übers Jahr Ohrenzeuge eines losen Mundwerkes oder eines besonders deftigen Spruches wird, schreibt er sich einen kleinen Zettel und wirft ihn in die Box. Die Zeitung, die nur vom ehrenamtlichen Einsatz der Mitarbeiter und vom Verkauf lebt, geht zum Zeitpunkt des Erscheinens weg „wie warme Semmeln”.

Ungeduldige Wolfurter

„Es gibt Wolfurter, die fahren uns bei der Abholung von der Druckerei nach und wollen die ersten Exemplare haben”, erzählt Mohr. Einziger Lohn für die „Läbbe” ist das gemeinsame Abendessen am Ende des letzten Arbeitstages. Heuer stehen Themen wie Komasaufen, Rauchverbot, Sprüche in Weinlaune sowie als handfeste Lügen entzauberte Sprüche prominenter und weniger prominenter Wolfurter in den Klatschspalten. Helga Schiener, die Wirtin im „Filou”, lenkt vom Tresen ihren Blick in Richtung Mohrs Atelier, das sich in Steinwurfnähe befindet. „Also lieber wäre mir schon, wenn über mich und meine Gäste nichts erwähnt würde. Man kann ja nie wissen, was da über uns verbreitet wird.” Diese Befürchtung teilt sie mit vielen Wolfurtern bis zum nächsten Mittwoch.

Faschingszeitung „d´Hafoloabar Fürbat 2009″ :

Herausgeber: Hafoloabar Läbbe

Erstmals erschienen: 1965

Auflage: 800-1000 Exemplare

Erhältlich: Wolfurter Geschäfte und Banken

Quelle: vmh

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