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Dianas Tod bleibt heißes Thema

©AP
Zum zehnten Todestag Dianas erschien selbst das britische Satiremagazin "Private Eye" mit einem Foto der Prinzessin auf der Titelseite. In einer Sprechblase war zu lesen: "Ich hoffe, ihr bringt mich nicht auf die Titelseite, um Euren Verkauf anzukurbeln." Gedenkgottestdienst für Diana

Seit Monaten war der Hype um die tote „Königin der Herzen“ von Tag zu Tag stärker geworden. Kein Wunder, dass der Bischof von London, Richard Chartres, am Freitag ein Stoßgebet gen Himmel schickte: „Lasst es nun gut sein!“

Es müsse Schluss gemacht werden damit, die Erinnerung Dianas für alle möglichen – darunter auch immer wieder kommerziellen – Zwecke einzusetzen, forderte Chartres. Mit den zahlreichen Gedenkfeiern zehn Jahre nach dem tragischen Autounfall im Tunnel am Place de l’Alma in Paris sei ein Punkt erreicht, an dem es gelte, „sie in Frieden ruhen zu lassen“.

Der fromme Wunsch wird kaum in Erfüllung gehen. Vielmehr haben sich die Medien in Großbritannien längst auf die nächsten öffentlichen Auseinandersetzungen um Diana – und vor allem um ihren Tod – eingestellt. Nicht zuletzt zwei Umfragen machen das deutlich: 43 Prozent der Briten sind der Ansicht, der tödliche Autounfall der im Königshaus ungeliebten Ex-Frau von Prinz Charles sei „verdächtig“, ergab eine Erhebung des renommierten Instituts YouGov. Jeder vierte Brite – so das Institut ICM – glaubt gar, die Prinzessin sei ermordet worden.

Das ist Wasser auf die Mühlen des ägyptischen Multimillionärs Mohammed Al Fayed. Der Vater des letzten Diana-Liebhabers Dodi, der am 31. August 1997 in dem Unglücks-Mercedes in Paris an der Seite der Prinzessin starb, hatte für den Jahrestag quasi zum „Gegen-Gedenken“ in sein Londoner Luxus-Kaufhaus Harrods gebeten. Hunderte folgten seinem Aufruf zu zwei Schweigeminuten für Diana und Dodi. Etliche legten Blumengebinde am Schrein für das Liebespaar im Keller von Harrods nieder. Viele machten ihrem Ärger über das Königshaus Luft: „Sie war doch eine liebenswerte Person, die es nicht verdient hatte, benutzt und missbraucht zu werden“, sagte die 61-jährige Diana-Verehrerin Alice Fryers Reportern.

Die Gedenkfeiern mögen nun erst einmal ein Ende haben, vor Gericht aber ist das Thema noch längst nicht abgeschlossen. Im Oktober geht die gerichtliche Untersuchung zum Tod Dianas in die heiße Phase. Die Anwälte Al Fayeds bereiten sich intensiv darauf vor. Im Mittelpunkt steht der Untersuchungsbericht, den Scotland Yard 2006 nach jahrelangen Ermittlungen zu der Tragödie in Paris vorgelegt hatte.

Der Bericht kam klar zu dem Schluss, dass Diana und Dodi Opfer eines Unfalls wurden, verursacht vom betrunkenen Fahrer ihres Wagens. Doch Al Fayed will weiterhin öffentlich behaupten, dass seine Sohn und dessen Geliebte auf Geheiß von Prinz Philip umgebracht wurden.

Der Gemahl von Königin Elizabeth II. sang am Freitag beim offiziellen Gedenkgottesdienst für Diana laut mit, als „I Vow To Thee, My Country“ angestimmt wurde. Diana hatte diese patriotische Hymne sehr gemocht. Sie wurde 1981 bei ihrer Hochzeit mit Prinz Charles in der Saint Paul’s Cathedral gesungen. Und auch 1997 bei ihrer Beerdigung in der Westminster Abbey.

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