Diabetologen fordern generelle Tests bei Schwangeren

Neue wissenschaftliche Studien zeigen offenbar eindeutig, dass Schwangerschaftsdiabetes sowohl für die werdende Mutter als auch für das Kind gefährlich ist.

Deshalb fordert die Diabetes Gesellschaft die Aufnahme verpflichtender Tests in den Mutter-Kind-Pass. Schwangerschaftsdiabetes gilt als “stille Gefahr” für Mutter und Kind: Sie erhöht für beide das Risiko eines späteren Ausbruchs von Typ 2-Diabetes. Doch es gibt auch andere Gefahren. Eine internationale Studie (HAPO) zeigte einen Zusammenhang zwischen mütterlichem Blutzucker in der Schwangerschaft und Komplikationen beim Neugeborenen.

Dass dies vermeidbar ist, bewies eine vor kurzem veröffentlichte Studie der Wiener Diabetologin Alexandra Kautzky-Willer (Universitätsklinik Wien/AKH). Hier wurde gezeigt, dass die rechtzeitige Diagnose und eine darauffolgende Therapie der Schwangeren mit Gestationsdiabetes das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wieder auf das Niveau gesunder Frauen senkt.

Die Zahl der Frauen, die während ihrer Schwangerschaft einen Diabetes entwickeln, nimmt weltweit zu. “Auch ein milder Gestationsdiabetes kann zu Komplikationen führen – wie zu erhöhtem Geburtsgewicht mit begleitenden geburtshilflichen Komplikationen sowie zu Unterzuckerungen (Hypoglykämien) des Kindes nach der Geburt”, so Alexandra Kautzky-Willer, auch Leiterin des Gender-Ausschusses der ÖDG. Diese Kinder leiden in der Folge an einem höheren Risiko für Übergewicht und Diabetes. “Selbst wenn die Frauen unmittelbar nach der Geburt wieder eine normale Glukosetoleranz aufweisen, bekommen bis zu zwei Drittel in den nächsten zehn Jahren einen Typ 2-Diabetes!” erläuterte die Expertin. Entdeckt werden kann der Gestationsdiabetes, ebenso wie ein früher Typ 2-Diabetes nur mittels eines Screenings.

Laut der österreichischen Studie ist die Rate an schweren kindlichen Komplikationen, aber auch an zu schweren Kindern zwischen Frauen mit Gestationsdiabetes und jenen mit normalem Zuckerstoffwechsel nicht unterschiedlich, wenn nach Diagnose des Gestationsdiabetes in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche mittels eines zweistündigen Zuckerbelastungstests eine konsequente Therapie nach den Leitlinien der ÖDG mit Diät und – so notwendig – Insulin erfolgt.

Der Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft, Bernhard Ludvik: “Die Österreichische Diabetes Gesellschaft fordert daher bereits zum wiederholten Mal: ‘Der orale Glukose-Toleranztest muss endlich in den Mutter-Kind-Pass verpflichtend für alle Schwangere in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche aufgenommen werden’!”

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