Deutschland mit Zittersieg

Schürrle nach seinem 1:0
Schürrle nach seinem 1:0 ©EPA
Die DFB-Elf tat sich in Porto Alegre gegen eine ungemein kämpferisch starke algerische Mannschaft schwer und setzte sich erst nach Verlängerung knapp mit 2:1 durch.
GER - ALG 2:1 n.V.

DFB-Teamchef Jogi Löw war in der Defensive kurzfristig zu einer Umstellung gezwungen, für den erkrankten Hummels kam Mustafi in die Mannschaft. Gegner Algerien stand zum ersten Mal überhaupt in der WM-Geschichte in der K.O.-Runde und ging als krasser Außenseiter in dieses Achtelfinale.

Algerien überraschend stark

Die ersten 45 Minuten dieses Duells verliefen dann aber völlig anders, als von den meisten Experten erwartet. Deutschland konnte zu keiner Zeit das sonst so schnelle Kombinationsspiel aufbauen, was vor allem am furchtlosen Außenseiter lag. Aus einer starken Deckung heraus versuchten sich die „Wüstenfüchse“ selbst in teils gefährlichen Kontern. So notierte Algerien in dieser ersten Halbzeit sogar die besseren Torchancen. Feghouli (15.), Ghoulam (18.) und Mandi (39.) fanden allesamt mehr oder weniger gute Einschussmöglichkeiten für die Nordafrikaner vor. Ein vermeintlicher Treffer von Slimani wurde zurecht wegen Abseits aberkannt (17.). Bei den Deutschen dauerte es sage und schreibe 40 Minuten bis zur ersten wirklichen Torchance. Nach einem Schuss von Kroos ließ M´Bolhi den Ball zum wiederholten Male nach vorne abprallen, Götze war zur Stelle, scheiterte aber aus nächster Nähe am algerischen Schlussmann. Nach einem enttäuschenden Auftritt der DFB-Elf pfiff der brasilianische Schiedsrichter Ricci beim überraschenden Zwischenstand von 0:0 zur Pause.

Deutschland mit Steigerung

Löw reagierte und brachte Schürrle, für ihn blieb Götze in der Kabine. Der Chelsea-Akteur sorgte dann auch die erste gefährliche Aktion der zweiten Halbzeit, die daraus resultierende Ecke führte zu einem Kopfball von Mustafi, der aber zu zentral auf M´Bolhi ging. Knapp 55 Minuten waren vorüber, da zeigten Schweinsteiger endlich einmal eine ihrer so gefürchteten Kombination. Kapitän Lahm zog nach schönem Zusammenspiel mit seinen Teamkollegen aus knapp 20 Metern ab, M´Bolhi konnte gerade noch zur Ecke klären.

Nach dieser Drangphase beruhigte sich die Partie wieder, das Ganze blieb eine enge Angelegenheit. Algerien brachte die deutsche Defensive vor allem mit langen Bällen in die Spitze immer wieder in Bedrängnis, Keeper Neuer musste ein ums andere Mal quasi als Libero mit viel Risiko außerhalb seines Strafraums agieren und klären. Deutschland erhöhte zehn Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit den Druck wieder und kam prompt zu gute Gelegenheiten. Müller und Schürrle fanden eine Doppelchance vor, konnten den Ball aber nicht im gegnerischen Tor unterbringen. Nur eine Minute später war es erneut Bayern-Profi Thomas Müller, der die Führung auf dem Fuß hatte, aber der 24jährige vergab auch in dieser Situation. In der 90. Minute tauchte auch noch Schweinsteiger gefährlich im Strafraum auf, aber auch er konnte den entscheidenden Treffer nicht erzielen. Damit ging dieses auf dem Papier eigentlich so ungleiche Duell tatsächlich in die Verlängerung.

Führung durch Schürrle

Dort dauerte es dann keine zwei Minuten, ehe Deutschland der erlösende Führungstreffer gelang. Müller spielte von links zur Mitte, dort stand Schürrle und beförderte die Kugel per Hacke aus kurzer Distanz ins algerische Tor. Nun waren die tapfer kämpfenden Wüstenfüchse gefordert, selbst etwas fürs Spiel zu tun, um den nötigen Treffer zu erzielen. Beinahe wäre dies in Minute 102 auch gelungen, nach einer Ecke fabrizierte Khedira einen Querschläger, Mostefa fand plötzlich die große Ausgleichschance vor, verfehlte aber den Kasten knapp.

Beiden Teams war der Kräfteverschleiß jetzt deutlich anzumerken, der sich in Form von Krämpfen bei Akteuren beider Mannschaften bemerkbar machte. Ein weiterer Gegner für die Nordafrikaner war zu diesem Zeitpunkt natürlich auch die Zeit, die immer mehr verstrich. Kurz vor Ablauf der Verlängerung traf Özil zum 2:0, dieses spannende Achtelfinale schien endgültig entschieden. Dem war nicht so, die Algerier gaben nicht auf und kamen durch Slimane noch einmal heran. Die deutsche Elf brachte diesen knappen Vorsprung aber schlussendlich über die Zeit. Bitter für Algerien, das sich erst nach großem Kampf dem haushohen Favoriten geschlagen geben musste. Auf Deutschland wartet nach diesem äußerst harten Stück Arbeit im Viertelfinale nun das Duell mit Frankreich.

 

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