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Deutschland: Einigung im Tarif-Streit

Der Tarifstreit für die rund 200.000 kommunalen Beschäftigten im deutschen Bundesland Baden-Württemberg ist am Mittwoch Abend offenbar beigelegt worden.

Nach Angaben eines Sprechers der Stadt Stuttgart einigten sich die Verhandlungsführer von Arbeitgebern und Gewerkschaften auf ein neues Arbeitszeitmodell. Aus Gewerkschaftskreisen wurde bestätigt, dass es einen gemeinsamen Vorschlag der Verhandlungsführer gebe, wonach die Arbeitszeit für alle Beschäftigten von 38,5 auf 39 Stunden ansteigen soll.

Die große Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi beriet am Abend über die Annahme des Vorschlags. Die Gremien des kommunalen Arbeitgeberverbands stimmten diesem Lösungsvorschlag bereits zu. Eine gemeinsame Pressekonferenz von Arbeitgebern und Gewerkschaft wurde für 20.30 Uhr in Stuttgart angekündigt.

Vorbericht

Trotz Bedenken im Arbeitgeberlager hat sich im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes im Bundesland Baden-Württemberg eine mögliche Einigung abgezeichnet. Der Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di (Verdi), Ralf Berchtold, äußerte sich in Stuttgart zuversichtlich. „Es sieht so aus, dass es heute zu einer Lösung kommen wird“, sagte er. Unterdessen trat die Große Tarifkommission der Gewerkschaft zusammen. Sie diskutiert über den Vorschlag für die künftige Arbeitszeit der 220.000 Beschäftigten der Kommunen des Landes. Bisher arbeiten sie 38,5 Wochenstunden.

Der Streik der kommunalen Bediensteten in Baden-Württemberg gegen eine Verlängerung ihrer Arbeitszeiten hatte am 6. Februar begonnen. Die derzeit noch in mehreren Bundesländern laufenden Streiks der Landesbediensteten finden inzwischen nur noch wenig öffentliche Aufmerksamkeit.

Im Zuge der vor drei Wochen in Deutschland begonnenen Ärzte- Streiks legten am Mittwoch mehrere hundert Ärzte der Universitätskliniken die Arbeit nieder. Sie fordern bessere Arbeitsbedingungen und 30 Prozent mehr Gehalt.

Ein Streikschwerpunkt war ebenfalls Baden-Württemberg, wo Hochschulmediziner in Tübingen, Freiburg und Ulm die Arbeit niederlegten. Auch in Münster und Mainz wurde gestreikt. Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) klagt unterdessen über hohe Einnahmeverluste und schließt auch eine Aussperrung des übrigen Klinikpersonals während der Streiks nicht mehr aus.

An den Universitätskliniken summieren sich die Einnahmeausfälle durch die Streiks nach Angaben des VUD auf bis zu 500.000 Euro pro Tag. Wenn die Ärzte streikten und es keine Arbeit gebe, könnten es sich die Kliniken nicht leisten, die anderen Beschäftigten zu bezahlen, sagte der VUD-Vorsitzende Rüdiger Strehl.

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