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Deutschland besorgt wegen Vogelgrippe

Deutschland zeigt sich wegen der ersten Verdachtsfälle von Vogelgrippe in Europa besorgt. „Wenn es erforderlich ist, können wir sehr schnell handeln“, sagte Verbraucherstaatssekretär Alexander Müller am Samstag in Berlin.

Er warnte jedoch vor voreiligen Schritten. „Unsere Wissenschafter sagen, das Krankheitsbild spricht nicht für das Vogelgrippevirus H5N1, weil viele Enten und wenige Hühner gestorben sind.“

In Deutschland existiert ein Notfallplan. Falls die Gefahr einer Vogelgrippe-Seuche etwa durch Zugvögel besteht, kann eine Eilverordnung mit dem Verbot für Freilandhaltung in Kraft treten. In einzelnen Regionen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern waren bereits Verbote verhängt worden. Bei drei verendeten Hausenten hatten Laboranalysen in Bukarest Antikörper der gefährlichen Geflügelpest ergeben. Damit könnte die Seuche erstmals Europa erreicht haben. Die Behörden richteten dort einen Krisenstab ein.

Falls sich der Verdacht bestätigt, muss nach Ansicht des Staatssekretärs das Einfuhrverbot für Geflügel und andere Vögel sowie für Federn von asiatischen Staaten auf Rumänien ausgeweitet werden. „Das muss europaweit abgestimmt sein“, sagte Müller. Ein Labor in Großbritannien werte die Tests aus Rumänien aus. „Es spricht vieles dafür, den Verdacht sehr ernst zu nehmen.“ Die Behörden in Rumänien müssten so tun, als ob es sich um einen Ernstfall handle.

Bei einem gefährlichen Virus sterben nach Müllers Angaben in der Regel zunächst Hühner. In diesem Fall seien jedoch 40 Enten und ein Huhn verendet. Außerdem gebe es keinen Vogelzug von Rumänien nach Deutschland. Im rumänischen Fernsehen war zunächst nur von drei toten Enten die Rede.

In der Ortschaft Ceamurlia de Jos im Donaudelta wurde die Quarantäne ausgerufen. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Rumänien haben infizierte Zugvögel aus dem Osten den Grippevirus ins Land gebracht. Das Land hat Geflügelimporte aus 15 Ländern verboten. An den Grenzen wurden die Kontrollen verstärkt. Der Vogelgrippe, die bisher nur direkt von infiziertem Geflügel auf Menschen übertragbar ist, erlagen seit ihrem Ausbruch Ende 2003 in Südostasien mehr als 60 Menschen.

Erneut möglicher Fall von Vogelgrippe in Rumänien

Ein weiterer möglicher Fall von Vogelgrippe ist im rumänischen Donaudelta aufgetreten. Dies berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Samstag unter Berufung auf die Information rumänischer Behörden. Demnach seien im Dorf Smarda bei drei Hühnern der entsprechende Virus nachgewiesen worden.

Nach Aussage des rumänischen Cheftierarztes Ion Agafitei seien bisher 220 Stück Hausgeflügel in der Siedlung Ciamurlia de Jos notgeschlachtet worden. Dort waren am Freitag drei Enten positiv auf die in Asien grassierende Krankheit getestet worden.

2000 Puten in der Türkei an Vogelgrippe gestorben

Im Nordwesten der Türkei sind rund 2000 Puten an der Vogelgrippe gestorben. Wie die Regionalregierung am Samstag mitteilte, trat die Vogelgrippe in der Provinz Balikesir auf. Über die Region Manyas, die für ihren reichen Vogelbestand bekannt ist, wurde eine Quarantäne verhängt. Vize-Gouverneur Halil Yavus Kaya äußerte die Vermutung, dass die Vogelgrippe von Zugvögeln eingeschleppt wurde.

Am Freitag hatten die rumänischen Behörden bekannt gegeben, dass im Donau-Delta drei Enten an der Vogelgrippe gestorben waren. Unklar blieb zunächst, ob es sich bei den Erregern in Rumänien und der Türkei um das für Menschen gefährliche und in Asien grassierende Virus H5N1 handelte.

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