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Deutscher in Afghanistan erschossen

In Afghanistan ist ein deutscher Mitarbeiter der Welthungerhilfe erschossen worden. Das bestätigte die Sprecherin der Organisation, Simone Pott, am Donnerstag in Bonn.

Der Entwicklungshelfer wurde nach Angaben afghanischer Behörden während einer Fahrt mit afghanischen Kollegen in der nördlichen Provinz Saripul von zwei Bewaffneten gestoppt. Die afghanischen Helfer seien ausgeraubt worden. Der Deutsche sei hingegen mit zwei Kugeln exekutiert worden.

Nach Potts Worten ist es das erste Mal überhaupt in der mehr als 40jährigen Geschichte der Deutschen Welthungerhilfe, dass ein deutscher Mitarbeiter im Ausland getötet worden sei. In Bonn lägen noch keine Einzelheiten vor. Den Namen des Toten wollte sie nicht veröffentlichen.

Der Mann war in der Provinz Saripul in Nordafghanistan stationiert gewesen. Der dortige Polizeichef, Abdul Khaled Samiam, sagte, der Deutsche sei mit drei afghanischen Kollegen in zwei Fahrzeugen im Bezirk Sayyad unterwegs gewesen. Dort seien sie gestoppt worden, ergänzte Vizeprovinzgouverneur Qamarudin Shikeb. „Sie zerrten sie aus den Autos, durchsuchten sie und raubten die Afghanen aus“, sagte Shikeb. „Den Deutschen führten sie in einige Entfernung und töteten ihn mit zwei Kugeln.“

Die Polizei habe 50 Beamte in die Region entsandt, sagte Polizeichef Samiam. Alle Häuser würden durchsucht. Der Leichnam des toten Deutschen werde in die Provinzhauptstadt Sari Pul gebracht.

Die Deutsche Welthungerhilfe ist nach eigenen Angaben bereits seit 1980 in Afghanistan aktiv. Seit 2003 zählen zu den Arbeitsschwerpunkten der Wiederaufbau der ländlichen und kommunalen Infrastruktur, die Ernährungssicherung, die Stärkung der Zivilgesellschaft sowie der Umwelt- und Erosionsschutz.

Seit September 2003 beteiligt sich die Welthungerhilfe am so genannten Nationalen Solidaritätsprogramm der afghanischen Regierung zur Stärkung des ländlichen Raums. Außerdem kümmert sich die Organisation in Nordafghanistan um die Wasserversorgung.

In Südafghanistan wurden unterdessen bei einem Selbstmordattentat gegen einen NATO-Konvoi in der Nähe von Kandahar mehrere Zivilisten getötet. Die Zahl der Opfer war zunächst nicht klar, wie Polizeichef Hesmatullah Alizai sagte.

Zuvor hatte es in der Provinz Kandahar bereits einen anderen Selbstmordanschlag auf einen NATO-Konvoi gegeben. Verletzte hatte die Allianz aber nicht zu beklagen, wie ein ISAF-Sprecher sagte.

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