Deutsche und österreichische Arbeitskosten im oberen EU-Mittelfeld

Die österreichischen Arbeitskosten sind von 2000 bis 2013 jährlich im Schnitt um 2,9 Prozent gestiegen.
Die österreichischen Arbeitskosten sind von 2000 bis 2013 jährlich im Schnitt um 2,9 Prozent gestiegen. ©BilderBox
Österreich und Deutschland liegen mit ihren Arbeitskosten im oberen Mittelfeld der EU. Mit 31,30 Euro pro Stunde lag die Bundesrepublik bei den Arbeitskosten für die Privatwirtschaft 2013 an achter Stelle - vor Österreich, das mit durchschnittlich 30,90 Euro auf Rang neun folgte.

Im Schnitt des Euroraums kostet eine Arbeitsstunde in der Privatwirtschaft 29 Euro, im Schnitt der EU sind es 23,9 Euro. Am teuersten ist eine Arbeitsstunde in Dänemark mit 41,4 Euro vor Belgien mit 41,2 Euro. Am Wenigsten kostet die Arbeitsstunde in Rumänien (4,5 Euro) und Bulgarien (3,7 Euro), was genau dem Durchschnitt der EU-28, also auch Nicht-Euro-Länder, entspricht. Allerdings wuchsen diese Kosten von 2000 bis 2008 unterdurchschnittlich und seither überdurchschnittlich.

Die deutschen Arbeitskosten in der Privatwirtschaft stiegen danach im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent und damit etwas stärker als im EU-Durchschnitt (1,3 Prozent). Im ersten Halbjahr 2014 schwächte sich der Zuwachs in Deutschland auf 1,1 Prozent ab. Als Grund nannte IMK-Ökonom Gustav Horn am Montag in Berlin den nur schwachen Anstieg der Arbeitskosten im Dienstleistungsbereich.

Kosten in Krisenländern sinken deutlich

In Frankreich stagnierten die Arbeitskosten 2013 mit 34,90 Euro/Stunde auf weiter deutlich höherem Niveau als in Deutschland und Österreich. Auch andere wichtige Handelspartner wie die Niederlande, Belgien, Schweden und Finnland weisen höhere Arbeitskosten auf.

In den Krisenländern Irland, Italien, Spanien, Griechenland und Portugal gingen die Arbeitskosten je Stunde deutlich zurück, sie lagen zwischen 28,20 und 12,80 Euro pro Stunde.

Drei Prozent mehr Lohn gefordert

“Wir könnten und müssten in der gegenwärtigen Situation die Nachfragelokomotive in Europa sein”, verlangte Horn. Er sprach sich für gesamtwirtschaftliche Lohnsteigerungen in Deutschland um “deutlich mehr als drei Prozent” aus, um die Konjunktur in der Bundesrepublik und Europa zu stärken.

Zu den Arbeitskosten zählen der Bruttolohn, der Arbeitgeberanteil an den Sozialbeiträgen, Aufwendungen des Arbeitgebers für Aus- und Weiterbildung sowie bestimmte Steuern. (APA)

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