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Deutsche trauen Schröder mehr zu als Merkel

Das vorige Woche von der deutschen Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel vorgestellte „Kompetenzteam“ wird nach Meinung der Deutschen nicht erfolgreicher sein als die derzeitige rot-grüne Ministerriege.

Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Hamburger Illustrierten „stern“. Fast jeder zweite Deutsche (47 Prozent) erklärte, er glaube nicht, dass Merkels Team bessere Arbeit leisten würde als des SPD-Kanzlers Gerhard Schröder Regierung. Überzeugt davon sind 38 Prozent. Mit „weiß nicht“ antworteten 15 Prozent.

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber, Vorsitzender der CSU, sollte nach überwiegender Meinung der Deutschen nicht in einem möglichen Kabinett Merkel präsent sein. In der Forsa-Umfrage für den „stern“ lehnten dies 73 Prozent der Deutschen ab. Nur 22 Prozent wünschen, dass Stoiber nach einer gewonnenen Bundestagswahl nach Berlin wechseln sollte. Unentschieden äußerten sich fünf Prozent der Befragten.

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat erstmals offenbart, dass er Gerhard Schröder nach der gescheiterten Wahl von Heide Simonis zur Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein Neuwahlen empfohlen hat. „Ich habe dem Kanzler gesagt, und das war auch seine Einschätzung, wenn nach dem Debakel von Kiel auch noch Nordrhein-Westfalen verloren gehen sollte, können wir nichts mehr bewegen“, sagte Müntefering dem „stern“. „Wir haben uns von Anfang an gegenseitig versprochen, entweder wir machen es beide und sind beide dafür – oder wenn einer dagegen ist, dann machen wir es nicht. Dann ist es vergessen. Das wäre auch möglich gewesen.“ Das persönliche Verhältnis zu Schröder beschrieb Müntefering mit dem Satz: „Wir haben unbedingtes Vertrauen zueinander.“

Forderungen nach einem Strategiewechsel seiner Partei im Wahlkampf wies Müntefering strikt zurück. „Das ist nicht sinnvoll und auch nicht erforderlich.“ Es bleibe bei der klaren Festlegung auf Rot-Grün und den Spitzenkandidaten Gerhard Schröder. „Es gibt keinen Plan B“, so der Parteichef zum „stern“.

Den jüngsten Aufruf des Papstes zu Frieden und sozialer Gerechtigkeit nutzte Müntefering zu Attacken auf die CDU. „Er vertritt einen sozialen Konservatismus, den ich bei der Merkel-CDU nicht finde. Wenn die katholische Kirche ein Wahlprogramm schreiben würde, käme darin mehr soziale, werteorientierte Gesellschaftspolitik vor, als das heute bei der CDU der Fall ist“, sagte Müntefering dem „stern“. Dagegen gebe es „große Gemeinsamkeiten zwischen der katholischen Soziallehre und der Sozialdemokratie.“ Das habe auch die Kapitalismusdebatte gezeigt.

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