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Deutsche Lager leeren sich wegen Krise am Roten Meer

Große Teile des Handels zwischen Europa und Asien gehen verlaufen durch das Gebiet
Große Teile des Handels zwischen Europa und Asien gehen verlaufen durch das Gebiet ©APA | Canva
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) warnt wegen der Attacken auf die Schifffahrt im Roten Meer vor Engpässen in den Lieferketten.

"Durch das Rote Meer und den Suez-Kanal gehen große Teile des europäisch-asiatischen Handels, sodass wichtige Vorprodukte für die deutsche Industrie aktuell nicht rechtzeitig ankommen", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

Längere Lieferzeiten und steigende Transportkosten in Form höherer Frachtraten sowie zunehmende Versicherungskosten würden sich auszuwirken beginnen. "Erste Lager laufen leer, Produktionsbeeinträchtigungen deutscher Unternehmen werden sichtbar", sagte Treier.

Deutschland besonders betroffen

Auch die Abläufe in den Häfen dürften sich verschärfen, weil die Schiffe später als geplant ankommen und Container für den Export auf Abholung warten. Als offenste Volkswirtschaft der großen Industrienationen (G7) sei Deutschland besonders auf funktionierende Lieferketten angewiesen.

Die schwächelnde Konjunktur hat dem Welthandel heuer ohnehin zugesetzt: Nach Prognose des Internationalen Währungsfonds wird er in diesem Jahr lediglich um knapp ein Prozent zulegen. Der Schnitt von 2010 bis 2020 lag noch bei 3,5 Prozent. "Das ist ein Umfeld, in dem die Konjunktur der offenen deutschen Volkswirtschaft wenig gedeihen kann", sagte Treier.

Jedes vierte Unternehmen sieht wirtschaftliches Risiko

Ein Viertel der deutschen Unternehmen sehen dem "AHK World Business Outlook" zufolge an ihren internationalen Standorten in Lieferkettenstörungen ein Risiko für ihre geschäftliche Entwicklung. "Die aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen im Roten Meer wirken sich zusätzlich negativ auf die internationale Arbeitsteilung sowie konjunkturelle Entwicklung aus", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Treier.

Die Houthi-Rebellen im Jemen greifen verstärkt Handelsschiffe im Roten Meer an und lassen sich auch vom Beschuss ihrer Militärstellungen durch die USA und Großbritannien nicht davon abhalten. Diese Angriffe des Westens würden nicht ohne "Strafe oder Vergeltung" bleiben, erklärte die Miliz. Mit ihren eigenen Attacken auf Handelsschiffe will die schiitische Organisation die palästinensische Hamas im Gazastreifen im Krieg gegen Israel unterstützen.

(APA/Reuters)

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