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Deutsche Bank: 250 Mio. Problem

Die Deutsche Bank muss wegen eines schwelenden US-Rechtsstreits zusätzliche Rückstellungen bilden und deshalb den Konzerngewinn 2005 nach unten korrigieren.

“Die Rückstellungsbildung belastet den Gewinn nach Steuern per saldo mit 250 Millionen Euro“, teilte Deutschlands größtes Geldhaus am Donnerstag in Frankfurt mit. In der Folge weise die Deutsche Bank für 2005 nun einen Nettogewinn von 3,53 statt von 3,79 Mrd. Euro aus. Die bereinigte Eigenkapitalrendite vor Steuern im vergangenen Jahr bezifferte die Bank auf 25 Prozent – ein Punkt weniger als zunächst mitgeteilt, aber im Rahmen der angepeilten Zielmarke.

„Die Rechtsstreitigkeiten beziehen sich hauptsächlich auf bestimmte steuerorientierte Geschäfte mit amerikanischen Geschäftspartnern, die im Wesentlichen im Zeitraum zwischen 1997 und 2001 abgeschlossenen wurden“, erklärte die Bank. Unter anderem der Vergleich eines in ähnliche Geschäfte involvierten Geldhauses mit den US-Justizbehörden habe zu der Rückstellung geführt. Ein Sprecher wollte sich nicht zu Details äußern.

Mitte Februar hatte sich die Münchener Großbank Hypo-Vereinsbank (HVB), die seit Ende 2005 zur UniCredit gehört, mit den US-Behörden auf eine Strafzahlung von rund 30 Mio. Dollar im Zusammenhang mit dem Vertrieb betrügerischer Steuersparmodellen geeinigt. Die HVB räumte ein, wohlhabenden Kunden geholfen zu haben, die Zahlung von 500 Mio. Dollar Steuern zu vermeiden. Mit der Situation vertrauten Personen zufolge ist die Deutsche Bank im Vergleich zu den Münchenern in weitaus größerem Umfang involviert.

Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank den Gewinn des Jahres 2004 um 74 Mio. Euro nach unten revidiert, nachdem sie sich mit Investoren des zusammengebrochenen Telekommunikationskonzerns WorldCom auf einen Vergleich geeinigt hatte.

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