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Deutsch und Dialekt: Vorarlberg führt zweisprachige Ortstafeln ein

Vorarlberg führt zweisprachige Ortstafeln ein.
Vorarlberg führt zweisprachige Ortstafeln ein. ©Montage: VOL.AT
Bregenz - Über Nacht stellte die Vorarlberger Landesregierung in allen Gemeinden zweisprachige Ortstafeln auf. Neben Deutsch sind die Ortsnamen nun auch im Dialekt angegeben. Die Bundesregierung in Wien fühlt sich vor den Kopf gestoßen und vermutet dahinter einen neuen Versuch einer Vorarlberger Abspaltung von Restösterreich.

In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Dialekte wie im westlichsten Bundesland Österreichs, wie uns ein Sprachwissenschaftler erklärt: „Vorarlberg hat 380.000 Einwohner, die ungefähr 400.000 unterschiedliche Dialekte sprechen.“ Manchmal spricht schon der Nachbar nebenan einen anderen Dialekt. Vor kurzem wurde sogar ein Fall bekannt, wo der Sohn einer Familie, dessen Kinderzimmer nur drei Meter vom Elternzimmer entfernt liegt, plötzlich einen eigenen Dialekt entwickelte.

Die neuen Ortstafeln sind aber nicht nur ein Bekenntnis zum Dialekt, sondern auch ein Symbol nach Unabhängigkeit. Die Bestrebungen der Vorarlberger, sich von Restösterreich abzuspalten, sind nicht neu. 1919 gab es eine Volksabstimmung, bei der 80% der Vorarlberger für einen Anschluss an die Schweiz votierte, und nicht mehr bei Österreich bleiben wollten. Politexperte Filzmaier erklärt, warum Vorarlberg, eingepfercht zwischen der Schweiz und Österreich, lieber zur Schweiz tendiert: „Das müssen wir so sehen, wie wenn jemand im Zug eingequetscht sitzt zwischen einer elegant gekleideten Frau mit Gucci-Tasche und einem dicken Bauarbeiter der nach Bier riecht. Natürlich setzt man sich da lieber auf den Schoß der Frau.“

Während die Vorarlberger selbst großen Wert legen auf ihre vielen unterschiedlichen Dialekte, nimmt man in Restösterreich wenig Notiz davon. Eine Meinungsumfrage ergab: 99% der Österreicher haben keine Ahnung, wie die Vorarlberger Dialekte klingen. 90% der Österreicher wissen nicht einmal, was Vorarlberg ist.
Die Sprachschwierigkeiten zwischen Vorarlberg und Restösterreich bestehen schon seit Jahrtausenden. Laut einer alten Sage etwa erzählt man sich, dass der Bodensee in Wahrheit kein Wasser führt, sondern bloß gefüllt ist mit Tränen von Restösterreichern, die diese vor Lachen vergossen haben, als sie den Bregenzer Dialekt gehört haben.

Aber nicht alle Vorarlberger sind glücklich mit den zweisprachigen Ortstafeln. Vorarlberg hat neben Wien den zweithöchsten Ausländeranteil in Österreich. Migranten befürchten nun, dass Integration noch schwerer wird. Ein Türke aus Hohenems ist besorgt und meint: „Immer wieder werde ich auf der Straße angemacht und beschimpft und Leute sagen, wenn ich schon hier in diesem Land lebe, dann soll ich mich anpassen.“ Deshalb absolviert der Migrant derzeit 12 verschiedene Kurse bei Humboldt, um alle Dialekte zu erlernen.

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Die zweisprachigen Ortstafeln jedenfalls erhöhen die Spannungen zwischen Vorarlberg und Ostösterreich. Während Vorarlbergs Landeshauptmann Wallner (ÖVP) erzürtn meint, dass man sich vom „Wasserkopf Wien“ nichts mehr vorschreiben lasse, nimmt die Bundesregierung in Wien den Alleingang gelassen hin, wie Kanzler Faymann (SPÖ) erklärte: „Wenn die Vorarlberger glauben, dass sie unter dem Wasserkopf Wien leiden, dann kann ich Ihnen nur sagen: Wenn Wien der Wasserkopf ist, dann ist Vorarlberg der Blinddarm. Fällt nur auf, wenn’s Probleme gibt und würd’ niemandem fehlen, wenn man es abtrennt.“

Achtung: Alles nur Satire
Zum Autor: Jürgen Marschal schreibt für das größte und bekannteste österreichische Satire-Portal “Die Tagespresse”. Dieser Text wurde exklusiv für VOL.AT verfasst.

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