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Derby zum richtigen Zeitpunkt

Vier Tage vor dem zweiten Saisonderby in der RedZac Ersten Liga reden die Trainer von Austria Lustenau und Altach - Heinz Fuchsbichler und Michael Streiter - Klartext über Krisenbewältigung, Favoritenrolle und Zielvorstellung.

Herr Streiter, läuten nach drei Meisterschaftsniederlagen die Alarmglocken?

Michael Streiter: Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Klar, Leoben war unsere schlechteste Saisonleistung, aber Krise ist das mit Sicherheit nicht. Ansonsten ist es eine schöne, denn wir sind noch immer Tabellenzweiter. Es gibt keinen Grund, jetzt alles negativ zu sehen. Fest steht, dass wir einiges aufzuarbeiten haben – aber das bleibt in der Kabine.

Es ist aber auffallend, dass die Mannschaft vor allem vor der Pause in den letzten vier Spielen inferior agierte?

Michael Streiter: Ich muss auch nichts schönreden, wie ich auch bei den Siegen nicht zu euphorisch war. Ich habe immer gewusst, dass es Rückschläge geben wird. Solche Spiele passieren nicht nur uns, wir wollen versuchen, diese zu minimieren. Nach so einer Niederlage braucht man als Trainer normal nicht viele Worte zu verlieren. Jeder Spieler weiß, was er zu tun hat.

Dann kommt das Derby also zum richtigen Zeitpunkt?

Michael Streiter: Es ist doch schön, dass man mit einem Spiel die letzten drei Wochen vergessen machen kann. Nach langer Zeit kann Lustenau wieder an uns heranschnuppern. Also liegt viel Brisanz in diesem Spiel.

Heinz Fuchsbichler: Es geht nur um drei Punkte. Rache ist bei uns kein Thema, wir wollen einfach unseren Aufwärtstrend fortsetzen.

Wurmt denn die Heimniederlage gegen Altach nicht mehr?

Heinz Fuchsbichler: Die Niederlage ist nicht vergessen. Ich habe die Bilder im Kopf, wie sich Altach danach aufgeführt hat. Aber das ist ja das Schöne im Fußball, dass man alles wieder für sich drehen kann. Wir werden uns anders präsentieren als beim letzten Derby. Sollte Altach an dem Tag wie besser sein, dann werde gratulieren.

Was macht denn derzeit die Stärke der Austria aus?

Heinz Fuchsbichler: Wichtig war, dass alle ruhig geblieben sind, als es nicht so gut lief. Wir haben gewusst, dass einige Spieler mit körperlichen Defiziten zu uns gekommen sind. Die haben wir behoben und uns vor allem nicht aus der Ruhe bringen lassen. Auch wenn einige meinten, immer schauen zu müssen, was Altach macht.

Lässt es sich so einfach erklären?

Heinz Fuchsbichler: Hinzu kommt, dass Bahadir und Ribeiro gut drauf sind. So hat bei uns der Konkurrenzkampf begonnen, das wirkt zusätzlich stimulierend.

Was ist in Altach jetzt anders als zu Beginn?

Michael Streiter: Wir haben etwas von unserer Kompaktheit und Kontinuität verloren. Einige meiner Spieler kommen zudem mit der Favoritenrolle nicht zurecht. Leoben etwa hat uns mit unseren eigenen Mitteln, Leidenschaft und Aggressivität, geschlagen. Das wirft uns in unserer Entwicklung aber nicht zurück, wir haben weiter unser Endziel im Auge. Und das lautet: Den Rückstand zur Spitze verringern.

Und der Trainer, wie geht der mit den Niederlagen um?

Michael Streiter: Schon als Spieler habe ich Niederlagen gehasst. Der Unterschied zu jetzt ist einfach, dass die Macht des Trainers am Freitagmittag endet. An der Linie kannst du zwar schreien und brüllen, gehört wird es nicht immer.

Was erwarten die Trainer vom Derby?

Heinz Fuchsbichler: Mich interessiert nicht, was in Altach passiert. Wir wissen, dass wir hinten stark und vorne immer für ein Tor gut sind. Deshalb konzentrieren wir uns ganz auf uns und fahren nach Altach, um drei Punkte zu holen.

Michael Streiter: Wir werden uns diese Woche voll auf das Spiel fokussieren. Ich will keine Ausreden bei den Spielern hören, jeder soll sich selbst bei der Nase nehmen.

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