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Der Sniper ist gefasst

Washington kann aufatmen: Der Todesschütze ist festgenommen, das in seinem Auto gefundene Gewehr ist die Tatwaffe.

Der „Sniper-Fall“, die mysteriöse Mordserie im Großraum Washington mit zehn Toten und drei Verletzten, scheint nach einer ballistischen Analyse geklärt zu sein: Die bei den beiden Mittwochnacht verhafteten Männern gefundene Waffe ist nach Medienangaben tatsächlich das Gewehr, mit dem die Morde ausgeführt wurden. Bei allen Morden und Mordversuchen der vergangenen drei Wochen war immer dieselbe Waffe mit Munition vom Kaliber .223 verwendet worden.

Die Festgenommenen sind der 42-jährige Golfkriegsveteran John Allen Muhammad und der 17-jährige, aus Jamaika stammende John Lee Malvo. Das Verhältnis zwischen beiden war unklar, nachdem es zunächst geheißen hatte, Muhammad sei Malvos Stiefvater.

Malvo wurde bereits am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) einem Bundesrichter in Baltimore (Maryland) vorgeführt. Er wird zunächst als „wichtiger Zeuge“ festgehalten. Muhammad sollte ebenfalls noch am selben Tag angeklagt werden – aber noch nicht im Zusammenhang mit den 13 Anschlägen, bei denen auch drei Menschen lebensgefährlich verletzt worden waren. Die Anklage gegen den 42-Jährigen lautet auf unerlaubten Waffenbesitz und geht auf einen älteren Fall im Bundesstaat Washington (an der US-Westküste) zurück.

Wie es hieß, sichert das gerichtliche Vorgehen, dass die Verdächtigen zunächst bis zu 30 Tage lang festgehalten werden können. In dieser Zeit wolle man die „Hauptanklagen“ vorbereiten.

Die Festnahmen erfolgten auf einem Rastplatz an einer Schnellstraße rund 80 Kilometer von Washington entfernt. In dem Auto der beiden Männer wurde nach übereinstimmenden Medienberichten ein Sturmgewehr der Marke „Bushmaster. 223“ mit Zielfernrohr und Stativ gefunden. Außerdem soll laut dem TV-Sender CNN im Kofferraum des Autos ein Loch gefunden worden sein, aus dem die Schüsse abgegeben worden sein könnten. Die Kugeln aus der Waffe des Heckenschützen hatten das gleiche Kaliber. Das Gewehr „Bushmaster“ ist die zivile Version der militärischen M-16. Wie der Fernsehsender CNN berichtete, hatte Muhammad während seiner Militärzeit mehrere Auszeichnungen als M-16-Scharfschütze erhalten. Nach weiteren Angaben soll er mit islamischen Terroristen sympathisiert haben.

Gegen die beiden war wenige Stunden vor der Festnahme Haftbefehl erlassen worden. Zunächst wurden sie als Zeugen gesucht. Fahndungschef Charles Moose bezeichnete sie als „Personen von großem Interesse“, die bewaffnet und gefährlich seien.

Die Polizei griff gegen 3.19 Uhr (9.19 Uhr MESZ) zu. Muhammad, der auch Williams genannt wurde, und Malvo schliefen ahnungslos in ihrem Auto auf dem Rastplatz im Bezirk Frederick im Bundesstaat Maryland. Sie leisteten nach Angaben der Polizei keinen Widerstand. Zeugen hatten den zuvor öffentlich zur Fahndung ausgeschriebenen 12 Jahre alten, blauen Chevrolet Caprice mit einem Nummernschild des Staates New Jersey erkannt und die Behörden alarmiert.

Die Spur der Männer war Tausende von Kilometern von der Washingtoner Mordserie entfernt aufgenommen worden. Der 17-jährige Malvo wird verdächtigt, am 21. September in Montgomery im Bundesstaat Alabama bei einem Raubüberfall auf ein Alkoholgeschäft eine Frau getötet und eine andere verletzt zu haben.

Den Tipp haben die Täter möglicherweise selbst gegeben. Nach Informationen der „Baltimore Sun“ forderte der so genannte Sniper bei einem seiner Telefonate die Polizei auf, ihn ernst zu nehmen. „Schaut mal bei den Leuten in Montgomery nach“, erklärte der Heckenschütze. In der Nähe dieses Tatortes wurde ein Zettel mit den Fingerabdrücken Malvos gefunden. Das veranlasste die Polizei dazu, ein Haus in Tacoma im Bundesstaat Washington zu überprüfen, wo die beiden Männer gelebt hatten.

Der oder die Heckenschützen hatten die Menschen der Region seit dem 2. Oktober in Angst und Schrecken versetzt. Sie forderten Medienberichten zufolge zehn Millionen Dollar.

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