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Der Schulumzug wurde gemeinsam geschafft

40 Freiwillige stemmten an zwei Tagen den Umzug der VS und PTS in die Ausweichschule.
40 Freiwillige stemmten an zwei Tagen den Umzug der VS und PTS in die Ausweichschule. ©Schule
 Über 40 freiwillige Helfer waren beim Umzug in die Ausweichschule im Einsatz.
Ort.schafft

 

Hittisau. Eine Schule zieht um und ein ganzes Dorf hilft mit – so könnte man die Aktion beschreiben, die noch vor Schulschluss in Hittisau stattgefunden hat. Dass die Schüler der Volksschule Hittisau und der Polytechnischen Schule für die Zeit des Schulneubaus in die Ausweichschule umziehen müssten, wusste man schon länger. Doch die konkrete Abwicklung des Umzugs stellte den Direktor der Volksschule vor eine große Herausforderung. So wandte er sich an den Schulerhalterverband mit der Bitte um Unterstützung. Daraus entstand das Projekt „Ort.schafft Schulumzug“, das von Christiane Eberle (telesis Entwicklungs- & Management GmbH) gemeinsam mit dem Schulverein koordiniert und umgesetzt wurde.

Alle zusammen

„Nach dem Motto ‚Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf‛ wollten wir nicht nur die Schüler und Lehrer in den Prozess einbinden, sondern auch die Bürger von Hittisau. So starteten wir einen Aufruf, um einen Pool an freiwilligen Helfern und Unterstützern zusammenzustellen. Der Umzug sollte möglichst reibungslos und zum größtmöglichen Nutzen aller stattfinden“, erzählt Christiane Eberle. Schließlich fanden sich an zwei Umzugstagen insgesamt 40 Freiwillige ein, die sortierten, einpackten und schleppten. Zusätzlich erklärte sich die Bergrettung Hittisau-Sibratsgfäll freiwillig bereit, die Decke und die Sprossenwände der Volksschule abzumontieren. Diese wurden im Sinne der Nachhaltigkeit anschließend an Interessierte verkauft. So konnte der Umzug ganz ohne Umzugsfirma bewerkstelligt und die Ausweichschule bereits eingerichtet werden. „Was für ein kleines Team eine riesige Hürde gewesen wäre, war für unseren großen ‚Ameisenhaufen‛ kein Problem!“, resümierten die Projektverantwortlichen.

Abgesang für die Schule

Der Umzug war also geschafft – jetzt sollte die alte Schule aber trotz Corona noch gebührend verabschiedet werden. So entstand spontan die Idee eines „Abgesangs“ für die Volksschule Hittisau. „Wir konnten zwei Künstler für die Aktion gewinnen und haben alle Schüler der vergangenen 40 Jahre eingeladen, sich von ihrer Schule zu verabschieden“, erzählt Christiane Eberle. Die Schule wurde von einer Installationskünstlerin mit Absperrbändern bespielt und die Wände mit Sprachbotschaften und Noten bemalt. Dann stand das Schulgebäude einen Tag lang von 10 bis 22 Uhr für alle ehemaligen Schüler offen. Dabei wurden nicht nur Erinnerungen ausgetauscht, sondern jeder Besucher durfte sich mit einer Note verewigen. Die so entstandene Melodie wurde um 17 Uhr von einem Künstler auf der Posaune „uraufgeführt“.

Mittlerweile sind die Bagger aufgefahren und haben mit dem Abbruch des alten Schulgebäudes begonnen. Was bleibt sind die Erinnerungen – diese wurden von Schülern der dritten und vierten Klassen in Interviews mit ehemaligen Schülern festgehalten. Für die Kinder in Hittisau beginnt jetzt eine neue Ära – sie werden ab diesem Schuljahr die Ausweichschule besuchen. Diese wurde inzwischen so ansprechend gestaltet, dass kaum etwas an ein Provisorium erinnert. So sollen auch für sie unvergessliche Erinnerungen an eine einzigartige Volksschulzeit bleiben.

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