Der Mann, der für "reif" erklärt

Das "Berufsziel" Vorsitzender einer Matura-Kommission zu werden, hatte Professor Manfred Pillei vom Bundesgymnasium Dornbirn ja nicht unbedingt.

Doch als den verdienten Oberstudienrat vor vier Jahren vom Landesschulrat zum ersten Mal der Ruf ereilte, einer mündlichen Reifeprüfung vorzustehen, „hat mich das schon gefreut“. Ins BG Blumenstraße musste er damals. Dieses Jahr erklärt er am BRG Dornbirn-Schoren die überwiegende Mehrheit der antretenden Kandidaten für reif.

Es gefällt ihm, was er dort sieht und hört. „Von 30 angetretenen Schülern dieser Klasse haben drei mit „ausgezeichnet“ bestanden. Zwei werden noch dazukommen. Darüber hinaus gibt es noch ein paar mit gutem Erfolg“, zieht der Mathematik-Professor während einer kurzen Verschnaufpause erfreuliche Zwischenbilanz. 109 Maturaprüfungen hat er in vier Tagen zu beaufsichtigen.

Zeitmanagement

„Da muss vor allem das Zeitmanagement passen“, weiß Pillei, worauf es ankommt. Als Vorsitzender verlangt er von den Prüfern problemorientierte Fragen und von den Prüflingen den Nachweis einer entsprechenden Präsentationskompetenz.

Selber viel lernen

„Direkt ins Prüfungsgeschehen einmischen will ich mich aber nicht“, sagt Pillei. Auch wenn er gelegentlich der Versuchung doch nicht ganz widerstehen könne, die Schüler etwas zu fragen. Für ihn persönlich ist die mündliche Reifeprüfung „eine wunderbare Gelegenheit, selber sehr viel zu lernen. Es ist hochinteressant, was die Schüler in ihren zahlreichen Spezialgebieten alles vortragen“. Pillei kennt sie, die verschiedenen Typen von Prüflingen. „Da gibt’s die Extrovertierten und das Gegenteil. Solche, die wunderbar repräsentieren können. Und auch solche, die sehr nervös sind.“ Gerne versuche er bei Letzteren die Atmosphäre aufzulockern. „Denn eine positive Prüfungsatmosphäre zu schaffen sehe ich auch als wichtige Aufgabe an.“

Heute Powerpoint

Die Maturaprüfung hat für den 58-jährigen Pädagogen an Faszination nichts verloren. „Auch wenn sich das Erscheinungsbild geändert hat. Heute gibt’s bei der mündlichen Matura eben auch Powerpoint-Präsentationen. Überhaupt ist das Präsentieren ein wichtiges Kriterium geworden.“ Doch nicht alles sei heutzutage besser geworden. „Das fundierte Allgemeinwissen war früher sicher größer.“

ZUR PERSON

OStR Prof. Manfred Pillei

  • Geboren: 19. 4. 1948
  • Wohnhaft: Dornbirn
  • Familienstand: Verheiratet, drei Söhne
  • Hobbys: Wandern, Skifahren
  • Lieblingsspeise: Käsknöpfle
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