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Der IS kollabiert an allen Fronten - und Assad-Armee, Kurden gelingt Coup gegen Erdogan

Palmyra fällt wieder an SAA.
Palmyra fällt wieder an SAA. ©AFP
Die Terrormiliz IS gerät an allen Fronten ins Wanken: Kurden, die syrische Armee, die irakische Armee sowie Türken und Rebellen rücken rasant vor. Der türkische Präsident Erdogan startete nun einen Großangriff auf die Kurden - doch ein Coup der Kurden und der Assad-Armee machten seine Pläne zunichte.

Wie es scheint, läuft die Zeit des IS langsam aber sicher ab. Die Terrormiliz sieht sich einem Vier-Fronten-Angriff ausgesetzt – zu viel für die Jihadisten, denen zusätzlich Geldmittel und Kämpfer ausgehen. Hier die Ereignisse im Überblick:

Nordsyrien

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) unter ihrem berüchtigten General Suheil al-Hassan (“Der Tiger”) hat vor wenigen Wochen eine Offensive gegen den IS im östlichen Umland von Aleppo gestartet. Dutzende Dörfer und Städte wurden erobert.

»Hassan Ridha on Twitter The Tiger looking sharp«

Gleichzeitig stieß die türkische Armee vom Norden her auf IS-Gebiet vor, und lieferte sich einen wochenlangen und erbitterten Kampf mit den IS-Schergen um die Stadt Al-Bab. Der IS wurde schließlich vertrieben, die Türkei und verbündete Milizen rückten in die Stadt, sowie im benachbarten Bzaa und im kurdisch besiedelten Qabasin ein.

Gegen Ende der Kampfhandlungen griffen auch die in Manbij stationierten Kurdenmilizen in den Kampf ein, und eroberten einige Dörfer.  Ziel der Kurden war es, einen gemeinsamen “Grenzabschnitt” mit der SAA zu etablieren. Die Kurden haben auch schon offen davon gesprochen, mit Assad Handel treiben zu wollen. Zudem könnten Kurden aus den östlichen Landesteilen nun über SAA-Gebiet ihre Verwandten im kurdischen Kanton Afrin besuchen – und umgekehrt.

Ergebnis: Die Assad-Truppen, die Kurden und die Türkei samt Verbündeten verfügen nun über gemeinsame “Grenzen” im ehemals vom IS beherrschten Gebiet. Das Problem aus Sicht der Türkei: Sie kann nun nicht mehr, wie ursprünglich geplant, auf die “IS-Hauptstadt” Rakka vorstoßen, ohne dabei kurdisches oder Assad-Gebiet zu erobern, da die Kurden und die SAA ihren Truppen den Weg “abgeschnitten” haben. Umgehend nach Beendigung des IS-Feldzuges begann die Türkei daher eine Offensive auf kurdisches Gebiet westlich der Stadt Manbij, eroberte dabei in kürzester Zeit einige Städte und Dörfer und rückte auf das von Kurden gehaltene Manbij vor. Ziel war es, die SAA zu flankieren und dann gen Süden auf Rakka zu stoßen sowie weitere Gebiete einzuverleiben.

»Hassan Ridha on Twitter Russian agreement with Turkey prevents SAAvTSK conflict but SAA meet with SDF frontline complicates situation + further restricting Turks«

Doch die Kurden und die SAA entschieden sich zu einem Coup: Die Kurden traten sämtliche Dörfer westlich von Manbij an die SAA ab. Heißt im Klartext: Sie verfügen nunmehr über einen SAA-Schutz-“Cordon” (im Bild unten Orange), den zu durchbrechen die Türken in einen Krieg mit Syrien – und vor allem mit al-Hassans Elitegarden – verwickeln würde. Und auch Russland würde bei einem Angriff der Türkei auf ihren syrischen Verbündeten nicht tatenlos zusehen. Im Endeffekt wurden Erdogans Pläne somit von der SAA und den Kurden durchkreuzt. Die Türkei ist im Norden Syriens “blockiert”.

»SY.na on Twitter MAP: Manbij Military Council and #Russia make an alliance on western #Manbij (#SDF and #SAA are going to work together !)«

Zudem ist der IS endgültig von der Außenwelt abgeschnitten, er verfügt nun über keine Grenzen zu benachbarten Ländern mehr. Der Zustrom von Kämpfern und Waffen ist damit vorbei.

Palmyra-Front

In einer Blitz-Offensive hat der IS die Oasenstadt in Zentralsyrien im Vorjahr erobert. Dies gelang, da die Terrormiliz starke Militärverbände vom irakischen Kriegsschauplatz abzog. Binnen weniger Tage überrannten 5.000 Jihadisten Palmyra, die umliegenden Dörfer und die für Assad wichtigen Öl- und Gasquellen. Nun holte die SAA zum Gegenschlag aus: Dank russischer Luftunterstützung wurden die Jihadisten mehr und mehr zurückgedrängt, am Donnerstag befand sich Palmyra wieder in Hand der Assad-Truppen.

»RT on Twitter BREAKING: Syrian Army recaptures #Palmyra, aided by Russian Air Force – Kremlin https://t.co/I50ETm90Ti https://t.co/UbMqsIIgds«

Ergebnis: Der IS verliert – erneut – Palmyra, und damit eine vorgeschobene Stellung, um gegen Assads Kernland vorrücken zu können. Im Umkehrschluss ist der Weg für die SAA nach Deir Ez-Zor frei: Dort befinden sich derzeit mehrere tausend Elite-Soldaten Assads vom IS eingekesselt. Gelingt der SAA der Durchbruch, wären umgehend tausende Truppen für weitere Offensiven frei – und der IS wäre gleichzeitig in Syrien eingekesselt. Überdies würden die Kräfteverhältnisse in Syrien endgültig in Richtung Assad kippen.

Ostsyrien

In Ostsyrien haben die Kurden eine Großoffensive auf IS-Kernland begonnen. Ziel war es, Rakka zu isolieren – und die Verbindungsstraße Rakka – Deir Ez-Zor zu kappen. Binnen kürzester Zeit überrannten sie IS-Stellungen, und konnten ihr Ziel erreichen. Der IS ist nun in Rakka isoliert. Die Kurden haben ihr Machtgebiet ein weiteres Mal erheblich ausgedehnt. Dies war nicht zuletzt dank US-Militärhilfen möglich, welche sich seit Antritt des US-Präsidenten Donald Trumps intensivierten.

»Peto Lucem on Twitter NEW MAP: Battle of Al- #Raqqah. #SDF #ISIS #Syria HD map: https://t.co/SLZFziAqXY«

Ergebnis: Die Kurden haben nun fast das gesamte Gebiet östlich des Euphrat unter ihre Kontrolle gebracht. Sie verfügen dort zudem über Ölquellen. Dieses Szenario dürfte sich zum Alptraum für Erdogan auswachsen: Der Griff der Kurden zur Unabhängigkeit, zumindest aber einem föderalen Gebiet, ist so nah wie nie zuvor.

Irak-Front

Nach der Eroberung Ost-Mossuls rückten irakische Truppen sowie schiitische Verbände (Volksmobilisierungseinheiten) auf West-Mossul vor. Der Angriff dort dürfte sich als weitaus schwieriger gestalten als jener auf Ost-Mossul, gilt das Gebiet doch als dichter besiedelt. Vor wenigen Tagen gelang es den irakischen Verbänden, Mossul einzukesseln: Den IS-Verbänden ist der Weg gen Westen und Syrien damit endgültig verschlossen, nachdem schiitische Milizen bereits den Weg weiter westlich, südlich des Siedlungsgebietes der Jeziden, verschlossen haben.

»Islamic World News on Twitter Last military situation in #Mosul city Mamun district fully liberated by #Iarq-i forces HD: https://t.co/TGnNYGiesH #عراق #موصل #MosulOps«

Ergebnis: Mossul steht kurz vor dem Fall. Die irakischen Verbände befinden sich bereits im westlichen Stadtgebiet. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor ist, dass der Irak ethnisch “kippt”: Im Gefolge der schiitischen Milizen kamen auch viele schiitische Zivilisten. Viele ehemals sunnitische Städte sind ethnisch bereits gekippt, der Zuzug weiterer Zivilisten wird diesen Trend in weiteren Städten verstärken. Der prozentuale Anteil der Schiiten an der Gesamtbevölkerung ist von ehemals knapp über 50 Prozent auf nunmehr fast 70 hochgeschnellt. Die Feldzüge des sunnitischen IS schlagen somit auf die sunnitische Zivilbevölkerung zurück: Der Irak wird zusehends “entsunnisiert”. Dies wird den Irak noch näher an den schiitischen Iran binden. Dieser “Schiitische Block” beunruhigt wiederum die sunnitischen Nachbarländer – Stichwort Saudi-Arabien, Türkei – massiv. Zuletzt wurde der Ton zwischen der Türkei und dem Iran wieder deutlich rauer. Zudem haben die Volksmobilisierungseinheiten bereits angekündigt, nach der Beendigung des Mossul-Angriffs den IS auf syrischem Gebiet anzugreifen. Das “Ok” Assads soll es dazu bereits geben. Zigtausende Schiiten-Krieger könnten also bald schon vom Irak aus den IS in Syrien angreifen.

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