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Der Eisbär

Ulrich Gabriel
Ulrich Gabriel

Ein Eisbär hat sich von der Arktis über Sibirien nach Dornbirn verirrt, mehrere 1000 Kilometer von seinem Lebensraum entfernt. An Fronleichnam wankte das Tier durch die Kaufmannstadt, vormals Gartenstadt, Richtung Gütle. Laut Berichten wollte der Eisbär, vor Hunger brüllend, bei der Karrenseilbahn ein Kombi-Marendkärtle fürs Panoramarestaurant lösen, geriet aber in Streit mit einem Parkwächter. Der Eisbar sei dann doch nicht mit der Seilbahn zum Panoramarestaurant aufgefahren, sondern habe gleich den Parkwächter gefressen, berichtete ein Stadtbusfahrer. Danach soll das Tier einen Schlafplatz in dem noch in Bau befindlichen 4-Stern-Luxus-Campingplatz gesucht haben. Es gab keinen. Anscheinend muss das Tier dann durch den Zanzenbergtunnel aufgestiegen sein. Diesem kühnen Bauwerk ist es zu verdanken, dass der Eisbär nicht weitere DornbirnerInnen gerissen hat. Der Tunnel bestand damit den ersten Bewährungstest als städtischer Schutzbau. Er hieß später „Eisbärentunnel“. Der gefressene Parkwächter wurde posthum zum Ehrenbürger erklärt. Der Eisbär blieb verschwunden. Experten glaubten, dass sich das Tier auf der Suche nach dem Mittagsschläfchen verirrt habe und bezogen sich auf den Volksspruch: „Nach dem Fressen sollst du ruh’n oder tausend Schritte tun“. Ihrer Ansicht nach hatte der Eisbär beides getan. Das Erscheinen des Eisbären führten die Experten auf das weltweite Klimaschutztheater zurück. Angesichts der zwar unbewiesenen, aber gut propagierten Erderwärmung schien das Leben tatsächlich weltweit heißer zu sein. Auf Grund der Eisschmelze in der Arktis sollen Eisbären zunehmend nach Süden vordringen. In Zukunft sei mit einer Eisbärenflüchtlingswelle zu rechnen. Es wurde befürchtet, dass der Bär in das Pfadfinderheim eingedrungen sein könnte, da dort ein Hund gebellt habe, der abrupt verstummt sei. Die Experten wollten das Tier zunächst beobachten und dann über die weitere Vorgangsweise entscheiden. Fix war, dass das Tier betäubt werden soll. Allerdings musste der Eisbär erst wieder gefunden werden. Die Suche übernahm die Kobra der Dornbirner Stadtpolizei. Der Zanzenberg wurde weiträumig abgesperrt, OberdorferInnen und VorderachmühlerInnen ins Hatlerdorf ausgesiedelt. Im SPAR-Dreckloch neben der Hatlerkirche konnte für sie ein Notversorgungslager errichtet werden. Noch am Samstag riefen Kindergärtler und SchülerInnen zur Montagsdemonstration mit Eis gegen den Klimawandel auf. „Für Klima gegen Wandel!“ Klimastreik für den Eisbär: „Wir sind laut, weil ihr uns den Eisbär klaut!“ Klimaschützer erklärten, geschlossen mit aufgebundenen Bären teilzunehmen. Der neue Kunstraumdirektor kündigte die „International Exhibition of the Most Incredibles Climate Graphs“ (MICG) an. Mit Bierlein.

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