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Der Berg und die Spannung

Hörbranz/VN - Bauingenieur Jürgen Steinhauser liebt seine Arbeit. Auch wenn dort immer die Sonne verschwindet.

Er führt ein berufliches Dasein im Halbdunkel. Tag für Tag. Denn wenn Jürgen Steinhauser jeden Morgen an seinen Arbeitsplatz fährt, verschwindet die Sonne. Steinhauser fährt in die in Bau befindliche zweite Pfändertunnelröhre. Vorbei an Schuttbergen und kalten Betonwänden, vorbei an Neonröhren, die ihr Licht nur einige Meter weit werfen. „Das ist meine Welt, in die ich immer wollte. Jetzt bin ich da. Und das ist gut so. Ich mag meine Arbeit“, bemerkt der 34-jährige Bludenzer.

Bauklötzle

Dass er irgendwann einmal einen technischen Beruf ergreifen würde, war abzusehen. Der Vater war schließlich schon technischer Sachverständiger, nahm den Jürgen als Knaben zu verschiedenen Baustellen mit. Der Bub spielte in seiner Freizeit am liebsten mit Bauklötzen oder Lego, hatte in der Schule bald ein Faible für Mathematik und andere naturwissenschaftliche Fächer. „Nicht so gut war ich in den Sprachen. In Englisch hat’s mich sogar einmal aufgestellt“, bemerkt er mit humorigem Unterton.

„Praktisches“ Englisch

Doch dass er Englisch gar nicht mehr brauchen würde, wie der HTL-Absolvent für das Fach Hochbau nach der Matura dachte, stimmte irgendwann nicht mehr. Gott sei Dank. Denn Jürgen wollte mehr, als „nur“ in die Fußstapfen seines Vaters treten. Er studierte Bauingenieurswesen in Innsbruck. Und er studierte mit erfolgreichem Abschluss. „Heute ist es so, dass ich gelegentlich vor Fremden Vorträge halten muss, oder eine Gruppe Amerikaner durch eine Baustelle führe. Da brauche ich natürlich Englisch. Allerdings ein praktisches Englisch, zu dem auch Arme, Beine und Gesten gehört.“ Jürgen Steinhauser lacht. Man spürt bei ihm förmlich, dass er seinen Job liebt. Und wenn man ihn fragt, warum das so ist, gibt es eine Menge Antworten darauf.

Abwechslungsreich

„Wissen Sie, der Job ist sehr abwechslungsreich. Er birgt eine tägliche Spannung in sich. Du weißt nie, was dir der Berg heute für ein Gestein serviert. Du bewegst dich an Orten, wo vor dir noch kein Mensch war.“ Flexibilität – die Fähigkeit der Anpassung an sich ändernde Verhältnisse – ist eine der Qualitäten, die bei Jürgen Steinhauser gefragt ist. Eine andere trägt die Bezeichnung „Menschenführung“. Eine Qualität, die der junge Ingenieur sehr praktisch sieht. „Es ist ja nicht mehr so, dass die Bauarbeiter in Tunnels nur einfache Gestalten sind, die womöglich alkoholisiert ihrer Arbeit nachgehen. Nein. Das sind heutzutage sehr qualifizierte Mitarbeiter, die sich bei vielen Maschinen auskennen müssen.“ Gute Menschenführung bestehe für ihn in der Schaffung eines guten Teams, bei dem man gerne ist. „Das ist an dieser Baustelle so.“ Und privat? „Da bin ich mit meiner Frau und mit meiner 20 Monate alten Tochter Angelina glücklich.“

Zur Person

Jürgen Steinhauser

Geboren: 28. 2. 1976

Wohnort: Bludenz

Beruf: Bauingenieur

Familie: verheiratet, eine Tochter

Hobbys: Wandern, Skifahren

Lieblingsspeise: Fisch

(VN/HK)

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