Denis Mukwege: Arzt und Kämpfer für vergewaltigte Frauen

59-jähriger Kongolese erhielt am Mittwoch den Sacharow-Preis des EU-Parlaments.
59-jähriger Kongolese erhielt am Mittwoch den Sacharow-Preis des EU-Parlaments. ©EPA
Was Frauen durchmachen und wie furchtbar sie verletzt werden können, wenn sie von einer ganzen Horde Männer vergewaltigt werden, weiß kaum einer besser als Denis Mukwege. In seiner von wiederholten Bürgerkriegen zerrissenen Heimat Kongo hat der 59 Jahre alte Gynäkologe Tausenden Opfern solcher Verbrechen geholfen. Am Mittwoch wurde er mit dem Sacharow-Preis des EU-Parlaments ausgezeichnet.
Sacharow-Preis an Denis Mukwege

1989 hatte er eigens im Panzi-Hospital von Bukavu (Provinz Süd-Kivu) mit dem Aufbau einer Station für Gynäkologie und Frauenheilkunde begonnen. Längst gilt Mukwege als weltweit führender Experte für die Behandlung von Verletzungen, die durch Gruppenvergewaltigungen sowie durch gezielte physische Unterleibsschändungen verursacht wurden.

Schreckliche Wunden geheilt

Dieser Arzt hat Wunden geheilt, wie Gynäkologen in anderen Teilen der Welt sie wohl nie oder nur höchst selten zu sehen bekommen: Unterleibsverletzungen, die mit Gewehrläufen, Bajonetten oder auch abgebrochenen Flaschen angerichtet wurden.

Auch um psychische Wunden bemüht

Immer wieder bemüht sich der in Frankreich ausgebildete Mediziner auch, neben den physischen die psychischen Wunden der gequälten Mädchen und Frauen zu heilen. Als aktiver Menschenrechtler setzt er sich zudem auf politischer Ebene dafür ein, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit stärker verfolgt werden.

Im eigenen Haus überfallen

Das hätte Mukwege wohl fast das Leben gekostet. Wenige Wochen, nachdem er bei einer UN-Konferenz ein Ende der Straflosigkeit für Gruppenvergewaltigungen und mehr internationales Engagement zur Beendigung der bewaffneten Konflikte in seiner Heimat gefordert hatte, überfielen Bewaffnete im Oktober 2012 sein Haus in Bukavu.

Um ein Haar wäre er bei dem Anschlag von einer Kugel getroffen worden. Einer seiner langjährigen Mitarbeiter wurde von den Angreifern erschossen. Mukwege ging daraufhin ins Exil nach Europa. Doch bald erreichten ihn Berichte, dass die Klinik ohne ihn kaum zurecht kommt. Anfang 2013 kehrte er nach Bukavu zurück – und wurde von den Einwohnern mit Jubel empfangen.

(APA)

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