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Den "Feind" zum Freund gemacht

Mäder - Mit dem Projekt "Selektissima" bringt Ludwig Hotz die Kinder wieder zum Lesen.

Wie viele Bücher er selbst gelesen hat, das vermag Ludwig Hotz nicht zu sagen. „Aber es werden wohl einige Tausend gewesen sein”, sinniert er. Das gedruckte Wort hat ihn schließlich schon als Bub beeindruckt. Noch gut kann er sich an den ersten Besuch in der Bibliothek erinnern. „Das war ein schönes Erlebnis”, erzählt er. Und die Faszination ist geblieben. Heute versucht Ludwig Hotz diese Leidenschaft auch in seinen Schülern zu wecken. Mit Erfolg, wie das Projekt „Selektissima” eindrücklich zeigt. Vor fünf Jahren hat der Deutschlehrer diese Leseinitiative an der Öko-Hauptschule Mäder gestartet. Inzwischen sind auch die Volksschulen Mellau und Bizau dabei. Den Rahmen bilden besonders lesebegeisterte Mädchen und Buben, die aus der Vielfalt an jährlichen Neuerscheinungen jeweils zehn Bücher auswählen. Dann können alle anderen via Internet über ihre Lieblingslektüre abstimmen. Ludwig Hotz hat sich sozusagen den Feind zum Freund gemacht, das heißt, er nützt ganz einfach die Vorliebe vieler Kinder für die virtuelle Welt. Auf diese Weise ist es ihm und seinen ebenso engagierten Kolleginnen Erika Hager (VS Mellau), Angelika Meusburger (VS Bizau) Gerlinde Jost (Öko-Hauptschule Mäder) sowie Margit Schwanzer, Lehrerin an der HS Wolfurt und Buchklub-Referentin des Landes, gelungen, wieder mehr Kinder zum Lesen zu bringen. „Das ist eindeutig bestätigt”, freut sich Hotz. Die Bibliothek in der Öko-Hauptschule Mäder ist bis unters Dach mit Büchern gefüllt. „Die Gemeinde meint es gut mit uns”, sagt Ludwig Hotz. Andernorts sieht es weniger gut aus. Vor allem an Volksschulen sind Bibliotheken eher dünn gesät. „Leider sieht man dort die Notwendigkeit vielfach nicht”, bedauert der Leiter der Landesarbeitsgemeinschaft für Schulbibliothekare. Wobei er die Probleme durchaus kennt. Häufig sei eine öffentliche Bücherei in der Nähe oder es scheitere an ganz banalen Gründen wie einem passenden Raum.

Spezielle Gruppen

Die Auswahl der Bücher nehmen spezielle Gruppen vor. Sie bestehen aus Schülerinnen und Schülern aller Altersstufen. „Wobei Mädchen insgesamt die fleißigeren Leser sind”, so Ludwig Hotz. Die Teilnahme ist freiwillig und der Stolz, mit dieser Aufgabe auch eine gewisse Verantwortung zu tragen, allen gleich. Ebenso der Ernst, mit dem die Kinder bei der Sache sind. Denn bei rund 8000 Büchern, die pro Jahr allein im Kinder- und Jugendbereich auf den Markt kommen, will gut selektiert werden. Das Niveau hat sich nach Einschätzung des Experten merklich verbessert. „Der größte Teil der Neuerscheinungen kann als gut bezeichnet werden”, urteilt Ludwig Hotz positiv. Ein Grund sei wohl die enorme Dichte an Autoren. Da hat gedruckter Schund kaum noch eine Chance. Was vermutlich kein Schaden ist.

 

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