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Demonstrationen gegen Chavez

In Venezuela ist am Montag bei Zusammenstößen zwischen Gegnern des Präsidenten Hugo Chavez mit Sicherheitskräften ein Mann erschossen worden.

In den seit vier Tagen anhaltenden Demonstrationen für eine Absetzung des linken Präsidenten wurden damit mindestens drei Menschen getötet. Im Osten der Hauptstadt Caracas, in Valencia, Merida und auf der Insel Margarita hätten Soldaten Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt, berichtete das örtliche Fernsehen. Dutzende Menschen wurden verletzt. Rund 30 Menschen seien festgenommen worden, teilte das Militär mit.

In Caracas errichteten Chavez-Gegner Barrikaden aus brennenden Autoreifen und Schutt und verursachten ein Verkehrschaos. Anführer der Opposition erklärten, die Proteste würden weitergehen, bis ihre Forderung nach einem Referendum über eine Absetzung des Präsidenten in diesem Jahr erfüllt ist.

Die oberste Wahlbehörde verschob den zweiten Tag in Folge die Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses einer entsprechenden Petition der Opposition. Die Wahlbehörde sicherte zu, sie werde das Ergebnis am Dienstag bekannt geben. Die Opposition hat nach eigenen Angaben 3,4 Millionen Unterschriften für ein Referendum gesammelt, weit mehr als die erforderlichen 2,4 Millionen. Chavez wirft der Opposition Fälschung vor.

Vize-Präsident Jose Vicente Rangel sagte, die Regierung plane nicht, den Notstand zu erklären. Verteidigungsminister Jorge Garcia teilte mit, die Streitkräfte würden für Ordnung sorgen.

Chavez überstand einen Putschversuch im Jahr 2002 und einen von der Opposition ausgerufenen Generalstreik im vergangenen Jahr. Chavez war nach seinem ersten Wahlsieg 1998 angetreten, die Armut im Land zu lindern. Die Opposition wirft ihm dagegen vor, er treibe das Land in den wirtschaftlichen Ruin und wolle einen kommunistischen Staat nach dem Vorbild Kubas schaffen. Venezuela ist der fünftgrößte Erdölexporteur der Welt.

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