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Demo am Karlsplatz: "Zur Hölle mit Ratzinger"

Reggae-Bässe wummerten aus zwei Boxen, der Regen prasselte rhythmisch auf die Kapuzen der Demonstranten. Ein paar hundert Papst-Gegner scharten sich am Freitagnachmittag um die Karlskirche in Wien, trotzten dem Wetter, stemmten Transparente in den dunkelgrauen Himmel und ließen ihrem Unmut freien Lauf.

„Zur Hölle mit Ratzinger“ stand zu lesen, oder etwas fröhlicher: „Raus aus der Kirche – Rein ins Leben“. Die Kritik am Heiligen Vater ging aber tiefer.

Gegen 16.00 Uhr wurde das Vordach der Karlskirche zum Unterstand auserkoren, lediglich die Transparent-Träger harrten aus, ließen sich vom Regen so richtig durchweichen. Ähnlich erging es auch einem „Gegendemonstranten“, einem Gläubigen, der sich mit Rosenkranz auf die Stufen vor dem Gotteshaus hinkniete und fast regungslos gegen die Kundgebung anbetete. Und das unmittelbar neben einer Tafel, auf der „Denken statt Beten“ stand.

„Es ist eine Demonstration gegen die Überbewertung der Person des Papstes und der katholischen Kirche“, erklärte Thorsten Engelage, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend (SJ). Vor allem die Beschneidung der Frauenrechte – also Einschränkung von Abtreibung und Verhütung – sowie jener der Homosexuellen stoße den Demonstranten besonders übel auf. „Darum wollen wir eine Gegenöffentlichkeit schaffen. Die Kirche lebt in einer anderen Realität, nicht im 21. Jahrhundert“, so Engelage im Gespräch mit der APA.

Papst Benedikt falle seit seinem Amtsantritt immer wieder durch Provokationen gegen andere Religionen auf, kritisierte der SJ-Vorsitzende. Beispiele dafür seien die „Augsburger Rede“ und der Besuch in Brasilien, bei dem er die Ureinwohner brüskierte, als er erklärte, die katholische Kirche habe die Indianer in Lateinamerika erlöst. „Oder dass er den Evangelischen ihren Status als Kirche abgesprochen hat – das ist präpotent und anmaßend.“

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